Anbauteile selbst verzinken und passivieren

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Andreas Bergbauer
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Anbauteile selbst verzinken und passivieren

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Zum Thema "Ich mache es mir selbst":

Aus dem vereinigten Königreich kann man von der Firma "Gatherosplating" komplette Chemikaliensets für verschiedene Arten der Metallbeschichtung beziehen.

Ich habe das Set zum Verzinken und passivieren ausprobiert, ich muss sagen, das passt und wer Pülverchen in Wasser auflösen kann, ein regelbares Niederspannungs-Labornetzteil besitzt und weiß, wie man sich gegen Chemikalienspritzer schützt, kann das auch.

Hier meine Testsamples:
Zink2.jpg
Zink1.jpg
Forenaktivitäten vorerst rein passiver Natur.
Schrauber-Nachwuchs vor!

VW Typ 14 Coupé, 1968
NSU RO80, 1974
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Maximilian Busch
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Re: Anbauteile selbst verzinken und passivieren

Beitrag von Maximilian Busch »

Sieht gut aus. Wie müssen die Teile denn vorbehandelt sein?
LG Max
70er KG Coupe Jasmin US-Import

Andreas Bergbauer
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Re: Anbauteile selbst verzinken und passivieren

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Maximilian Busch hat geschrieben:
Mo Mai 04, 2020 9:47 am
Sieht gut aus. Wie müssen die Teile denn vorbehandelt sein?
LG Max
Ganz einfach:
Je sauberer und blanker, desto besser das Ergebnis.

Fette, Öle, Farbe zuerst entfernen. Wie, hängt vom Anwendungfall ab. Sandstrahlen ist eher ungeeignet, da die Oberfläche rauh wird.
Bremsenreiniger zum Entfetten verwenden.
Dann gibt es bei dem Set ein alkalisches und ein saures Reinigungsbad zum reinigen und vorbeizen, damit kann man auch alte Zinkschichten entfernen.
Die Bäder greifen nur den Rost und Zink an, das Metall bleibt unversehrt.
Dann verzinken, wässern und danach im Passivierungsbad schwenken, 48 h trocknen, fertig.
Das reicht für den Hausgebrauch, ich habe mir bei den gezeigten Teilen bei der Vorarbeit kaum Mühe gegeben, es geht sicher noch viel besser.
Vorsicht bei Schrauben mit Güte 10.9 und fester: Diese verlieren die Festigkeit und müssen deshalb nachträglich im Ofen ausgebacken werden.

Für gute 100 EUR inkl. Versand jedenfalls ein tolles Spielzeug für die Homeoffice. Vor allem kann man gemächlich der Reihe nach alles beschichten und muss nicht alles auf einmal aus dem Haus geben.
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Jochen von Alberti
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Re: Anbauteile selbst verzinken und passivieren

Beitrag von Jochen von Alberti »

Ist damit:

Vorsicht bei Schrauben mit Güte 10.9 und fester: Diese verlieren die Festigkeit und müssen deshalb nachträglich im Ofen ausgebacken werden

vielleicht Wasserstoffversprödung gemeint?
In dem Fall müssen die Schrauben innerhalb von wenigen Stunden in den Ofen und je nach Temperatur bis zu 24 Stunden drin bleiben.

@Andreas: Gibt es eine Angabe ob die Passievierung Chrom6 frei ist?

Viele Grüße,
Jochen
1970er Karmann Ghia

Matthias Soldmann
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Re: Anbauteile selbst verzinken und passivieren

Beitrag von Matthias Soldmann »

Selbst Schraubenlieferanten warnen ausdrücklich vor der Möglichkeit der Wasserstoffversprödung bei verzinkten 10.9 Schrauben.
Ich würde mich da nicht aufs Nachbacken im heimischen Ofen verlassen.

Wo hat der Karmann denn 10.9 Schrauben?

Gruß Matthias

Andreas Bergbauer
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Re: Anbauteile selbst verzinken und passivieren

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Ja, es ist die Wasserstoffversprödung gemeint.
Ich persönlich würde diese Schrauben nicht neu verzinken. An sichtbaren Stellen gibt es die am Karmann eh nicht.
Beispiel für hochfeste Schrauben am Karmann sind die vier Schrauben, die den Vorderachskörper am Rahmenkopf befestigen oder die Halteschrauben der Scheibenbremssättel.

Und ja, es ist Chrom VI-frei.

Schaut doch bitte selber mal beim Lieferanten dieser Kits nach, dort wird eigentlich sehr gut alles (in Englisch) beschrieben und deren Hotline ist auch sehr bemüht.

https://www.gaterosplating.co.uk
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