Öldruckschaltersauerei

Andreas Bergbauer
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Fr Jan 04, 2019 9:52 am

Stellt sich u.a. die Frage, welche Stehbolzen besser sind...mein altes AR-Gehäuse hatte 10mm Zuganker für die Zylinderköpfe, alle neuen AS41 Brasilien-OEM-Gehäuse, die ich finden kann (wahrscheinlich eh alles vom gleichen Importeur... :unbekannt: ) haben 8mm.

So weit, so gut, aber warum hat VW z.B. beim AD-Motor 8er verbaut, beim AR 10er, obwohl der AR neuer ist?
Wieso wurde später wieder auf 8mm gewechselt oder wurde das gemischt verbaut und wieso?
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Jörn Beutel
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Jörn Beutel » Fr Jan 04, 2019 12:32 pm

Viele Grüße

Jörn

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Markus Luidl
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Markus Luidl » Sa Jan 05, 2019 6:26 am

Hallo Andreas,

bau gerade, wie du ja weißt, einen semischarfen Motor für den 1302er von meinem Sohn auf.
Ich hab mich für die 90,5er Schmiedekolben von AA entschieden. Hab lange überlegt, weil Mahle ja doch eine Nummer ist.
„Buy lokal“ und so.
(Ich weiß, viele Mahle Teile kommen gar nicht mehr aus dem Südwesten...)

Ich hab dann die billigen vom Eckstein genommen (ca. 210,-€), schließlich will ich keinen Dampfhammer bauen, sondern nur was zum mitschmimmen. Sind vor kurzem angekommen und sehen soweit ganz gut aus.
Wenn die nichts sind fliegen die halt in ein paar Jahren wieder raus.

Wegen Stehbolzen hab ich viel überlegt und mich dan für M8 entschieden. Bei einem 1800er Motor mit normaler Verdichtung (peile 1:8,5 an) ist das die bessere Wahl.
Ist bei mir aber einfacher da ich als Basis ein AR-Gehäuse habe und das hat schon M8er Steher.

Gruß

Markus
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Jörn Beutel
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Jörn Beutel » Sa Jan 05, 2019 10:25 am

...nur nochmal zur Erläuterung der 8er oder 10er;
Man mag der Ansicht sein "Dicker ist besser weil stabiler", (was nicht unbedingt stimmt denn es kommt immer auf das Material und Belastungsart an - hier würde es in erster Näherung sogar stimmen da vorwiegend Zugbelastung).
Der meiner Ansicht nach entscheidende Satz steht in dem verlinkten Artikel, nämlich das die WÄRMEAUSDEHNUNG des 8er beim 41er Gehäuse angepasster ist. Warum ist das wichtig? Der Alublock wird durch Erhitzen und Abkühlen gedehnt und geschrumpft (was er aufgrund der Materialeigenschaften nur endlich aushält bis er dann reißt an einer Stelle, an der die Materialstruktur leicht abweicht- siehe Foto am Anfang dieses Threads von Andreas' Block) Stimmt der Wärmeausdehnungskoeffizient der Stehbolzen bzw anderer eingebrachter Teile) nicht überein mit der des Werkstückes, so lockert sich dieses oder das Werkstück reißt an dieser Stelle (dann ist es auch locker :D )
Viele Grüße

Jörn

Andreas Bergbauer
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Di Jan 15, 2019 10:00 am

Markus Luidl hat geschrieben:
Sa Jan 05, 2019 6:26 am

Ist bei mir aber einfacher da ich als Basis ein AR-Gehäuse habe und das hat schon M8er Steher.
Mein jetzt defektes AR hatte aber 10er.

Egal. Am Wochenende kommt der Motor raus (ging vorher nicht wegen dem vielen Schnee) und es wird eine Bestandsaufnahme gemacht.
Fest steht schon, dass ich eines der neuen originalen Universalgehäuse kaufen werde, die sind AS41 mit 8mm Bolzen. Die gibt es fertig aufgespindelt für 90,5er Zylinder. Konzeptionell werde ich nichts am Motor ändern, immerhin ist er weit über 100000 km gelaufen, für einen getunten Käfermotor mit ca. 80 PS eine beachtliche Leistung, denn geschenkt habe ich ihm nichts. :mrgreen:
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Fr Jan 25, 2019 9:20 pm

Die ersten Carepakete sind eingetroffen, jetzt wird mein Karmann doch ein kleiner Brasilianer und Mexikaner...neues Kurbelgehäuse, ahhh, geil!

Das Spalten des kaputten Blocks hat keine bösen Überraschungen ergeben, alles in Ordnung, leichte Einlaufspuren an den Lagern und Zylinderwänden und eine lockere Ölansaugglocke, aber ohne den Riss im Block hätte der Motor noch einige Zigtausend km klaglos absolviert.
Und das trotzdem das Hauptlager an der Schwungscheibe ein geteiltes Lager war und ich die Verzapfung am Lager damals ändern musste.
Wusste ich gar nicht mehr... :unbekannt:

Die einzige Änderung wird der Umstieg von einer Engle W100 auf eine W110 Nocke sein.
Das Konzept hat sich also bewährt, die alte Kurbelwelle kommt genau so ohne Nachschleifen wieder rein. Filterölpumpe sei Dank!
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Mo Feb 04, 2019 2:47 pm

Beim Ausschlachten des alten Blocks ist mir dann doch was aufgefallen, ein Steg der mittleren Lagergasse ist gebrochen:
Lagergassenriss1.jpg
Lagergassenriss2.jpg
Aber es geht voran...
motorbastel.jpg
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Oliver Brendle » Di Feb 05, 2019 12:57 pm

....gib Gas der Frühling klopft schon an.

Wünsch Dir bestes Gelingen Oli :gut:
Karmann Ghia 14 Cabrio

Erstzulassung 04/1967 Fahrgestell: 14745xxxx
Motor: ASxxxxxxx PS:50
Vergaser: Solex 34PICT-3 527-2
Lima: 113 301 031G 12Volt
Zündverteiler: Bosch 0231170186 & Fulmax Zündung
Felgen: 4Jx15 2H Kronprinz

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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Di Feb 05, 2019 2:56 pm

Oliver Brendle hat geschrieben:
Di Feb 05, 2019 12:57 pm
....gib Gas der Frühling klopft schon an.

Wünsch Dir bestes Gelingen Oli :gut:

Danke. Der Block ist inzwischen fertig, aber ich habe das Problem, die Verblechung nicht sauber lackieren zu können bei den Temperaturen.
Da wirds wohl etwas Gestank im Keller geben.... :unbekannt:

Den Dell'Ortos muss ich noch den berühmten "Dell'Orto drip" abgewöhnen, das wird schwerer als die Motormontage.
Da wird ein Verschlusstopfen zwischen Haupt- und Leerlaufsystem undicht und die Beschleunigersysteme laufen leer.
Bis ich das herausgefunden habe, ohmann...

https://www.thesamba.com/vw/forum/viewt ... ?p=7039004

Übrigens rüste ich auf neue Typ3 Bremssättel um und Scheiben und Radlager bekommt er auch neue.
2 Stück Zimmermann Bremsscheiben "Made in Germany" für 60€ in der Bucht, da kann man nicht meckern. :mrgreen:
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Oliver Brendle » Mi Feb 06, 2019 10:07 am

Andreas Bergbauer hat geschrieben:
Di Feb 05, 2019 2:56 pm
Oliver Brendle hat geschrieben:
Di Feb 05, 2019 12:57 pm


Den Dell'Ortos muss ich noch den berühmten "Dell'Orto drip" abgewöhnen, das wird schwerer als die Motormontage.
Da wird ein Verschlusstopfen zwischen Haupt- und Leerlaufsystem undicht und die Beschleunigersysteme laufen leer.
Bis ich das herausgefunden habe, ohmann...
Was fährst Du auch für ein exotisches Klump (isa docha keine Alfa) :unbekannt: :lol:
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Do Feb 07, 2019 8:46 am

Oliver Brendle hat geschrieben:
Mi Feb 06, 2019 10:07 am
Was fährst Du auch für ein exotisches Klump (isa docha keine Alfa) :unbekannt: :lol:
Gehört seit 1995 zur Geschichte des Fahrzeugs. :mrgreen:

Wenn ich mir hier so die Probleme zu den Serienvergasern anschaue: Von wegen exotisches Klump...

Für die Dellos gibt es noch alle Einzelteile neu zu kaufen, der Aufbau ist einfach, die Drosselklappenwelle kugelgelagert.
Ein bisschen Alfa-Feeling ist schon gut. :unbekannt:
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Michael Bär » Do Feb 07, 2019 9:15 am

Die Dell' Ortos waren schon in den Siebzigern am Mopped mehr als tauglich... :grinseval:
Karmann Ghia - der Italiener unter den Volkswagen
Bild

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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Mo Feb 18, 2019 6:46 pm

So, Verblechung ist lackiert, kein Schönheitspreis, da mit Brantho Korrux gepinselt und dann mit hitzebeständigem Klarlack überzogen, aber oberste Prämisse ist, dass die Dinger möglichst nie wieder rosten, ebenso die erst kürzlich instandgesetzten Wärmetauscher.
Der Alulack an den Dingern hat schon nach der ersten Fahrt bei Regen Rost durchgelassen, also nochmal entrostet, bewährten Ofenrohrlack drauf und ebenfalls mit 600° Klarlack versiegelt. Das sollte halten.

Die Dell'Orto Vergaser sind ihre undichten Stopsel im Inneren los, alls ging gut....bis ich die Drosselklappenwelle zwecks Lagerwechsel (Kugellager!) ausbauen wollte und diese dabei verbogen habe, da die Schrauben festgerostet waren.
Egal, Neuteile kommen diese Woche aus U.K. (noch geht das ja geregelt... :mrgreen: )

5 Ölfilter und 20 Liter 15W40 stehen für das Einfahren auch schon bereit. Ich kann nur sagen: Filterölpumpe!
Steht jedem Käfermotor ab 34 PS gut zu Gesicht, schont die Lager und verlängert die Ölwechselintervalle.

Nächstes Wochehende kommt der Block in den Karmann rein, der restliche Zusammenbau muss wegen der Doppelvergaser am Auto erfolgen.
Somit sollte die Kiste, falls nichts dazwischenkommt, in ein, zwei Wochen wieder auf der Straße sein. Dann heißt es: Vorsichtig einfahren. Und hoffentlich keinen Fehler irgendwo gemacht haben...ojeoje...
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Andreas Bergbauer » Di Feb 19, 2019 1:21 pm

Gestern noch ein Rückschlag: Eine Stößelstange war nicht sauber in der Pfanne am Kipphebel. :wall: :wall:

Wenn man da die Schwungscheibe dreht, geht es nur einmal etwas schwerer, weil das Ventil am Anschlag ist und Stößelstange sofort nachgibt. :mrgreen:

Natürlich beschädigt diese gebogene Stange auch das Schutzrohr...also musste der Kopf nochmal runter zum Stange und Schutzrohr wechseln.

Das hat mir klargemacht, dass ich nie, nie stählerne Stößelstangen verbauen werde. Denn dann wäre jetzt mindestens die Nockenwelle im Eimer.
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Re: Öldruckschaltersauerei

Beitrag von Gerd Grebbin » Di Feb 19, 2019 5:34 pm

Hallo Andreas,
das ist ja wirklich spannend zu lesen, was Du da in der Mache hast. Respekt!
Ich wünsche Dir für den Endspurt jedenfalls viel Glück, und dass Deine Maschine nach dem Einbau gut ins Laufen kommt.

Beste Grüße aus dem Norden!
Gerd
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