Seite 1 von 1

Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Di Okt 09, 2018 12:04 am
von Volker Bürkle
Liebe Karmänner und -frauen,

ich habe in letzter Zeit über das Thema "Hupen" viel recherchiert. Auffallend ist, dass fast alles Handfeste aus dem amerikanischen Raum kommt. Selbst auffindbare Schaltpläne sind amerikanisch beschriftet. Gute Erklärungen, Beschreibungen, Anleitungen oder youtubes sind in englischer Sprache verfasst. Wohlgemerkt: Ich habe kein Problem mit der englischen Sprache. Aber unsere Karmänner waren doch Deutsch!

Zurück zur Hupe: In fast allen von mir vorgefundenen Beiträgen wurde nicht eindeutig erklärt, warum in meinem Karmann die Lenksäule an den Pluspol angeschlossen ist, also + führt. In einem Beitrag fand ich ein Foto, wo das so als korrekt gekennzeichnet war. Die Hupen werden doch durch Kurzschließen der Masse, die über ein Kabel in der Lenksäule nach Überbrücken der Hardyscheibe vom Lenkgetriebe kommt, am Lenkrad bei Betätigen der Wipptaste mit dem masseführenden Mantelrohr verbunden, von wo es zum Hupen-Relais geht. Wo geht eigentlich ein Kabel vom Mantelrohr zum Relais? Aber alles doch nur über Masse.

Meine Frage:
Wozu das + an der Lenksäule? Welches Hilfsaggregat wird von dem + versorgt? Wo wird das + in die Lenksäule eingespeist?

Ich habe große Probleme: Mal hupt es ohne dass ich die Taste drücke, mal geht die Hupe garnicht, wenn ich ein paar hundert Meter gefahren bin, obwohl sie im Stand noch einwandfrei funktioniert hatte. Mal hupt sie auch ganz normal.

Zweimal ist nach einem Hupvorgang im Fahrbetrieb der gesamte Strom auf offener Straße ausgefallen. Es muss einen Kurzschluss gegeben haben. Alle Sicherungen unter dem Armaturenbrett waren intakt. Ich war ratlos. Ein ADAC-Dienst fand beim ersten Mal hinter dem Armaturenbrett eine moderne 30A-Flachstecker-Sicherung - quasi eine Generalsicherung, von der ich bis dahin nichts gewusst hatte. Diese war durchgebrannt. Er hat sie ersetzt, und weiter ging's - ohne zu hupen!!!

Bis ich wieder mal hupen musste. Unser Karmann blieb wieder stromlos stehen. Aber ich hatte mich mittlerweile auch mit modernen 30A-Ersatz-Flachsicherungen eingedeckt. So kam ich weiter. Das war auf einer Italienreise. Ein konsultierter Autoelektriker dort baute mir eine von der Bauart größere, stärkere, also unsensiblere(?) Sicherung ein - aber wieder 30A. Sie würde einem stärkeren Stromdurchfluß standhalten, sagte er. Seit dem blieb unser Karmann nach dem Hupen nicht mehr stehen. Jedoch einmal hörte ich beim Hupen ein Zischgeräusch im Lenkrad, wie es bei Kurzschluss entsteht. Aber das war schon nach dem Einbau der größeren 30A-Hauptsicherung. Er fuhr weiter.

Aber die im vor-vorletzten Absatz beschriebenen Probleme bestehen fort.

Meine Vermutung ist, dass die Probleme von der +Pol gesteuerten Lenksäule kommen. D.h., dass gelegentlich ein Kurzschluss entsteht. Ich habe Angst, dass mir mein Karmann beim Hupen mal abfackelt.

Wer kann mir helfen?

Herzliche Grüße
Volker Bürkle

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Di Okt 09, 2018 10:15 am
von Andreas Bergbauer
Ohne das Auto in "live" zu sehen, ohne Bilder der Misere und noch in Deutsch geschrieben: Das wird schwierig. :wink:

Aus dem Stegreif (was heißt das eigentlich in Englisch ?) würde ich sagen: Da ist was komplett vermurkst.
Deswegen wurde wohl auch die Sicherung eingemurkst, eben damit der Karmann nicht abfackelt. Ohne die Sicherung wäre er es wohl schon längst.
Verdrahte doch mal die Hupe genau nach Schaltplan neu, Pläne gibts auf Thesamba und ob US-Ausführung oder für das Inland ist für die Hupe vollkommen egal:

Bild

Auch dort geht der Plus ans Relais und die Masse wird durch den Hupkontakt hergestellt. So weit ich mich erinnere ist bei den älteren Modellen unten am Lenksäulenrohr eine Lasche, an der das Masseende der Spule des Hupenrelais angeschlossen ist. Verbindet man das Rohr mit Masse, hupt es.
(Bei neueren Modellen hingegen ist das Mantelrohr nicht mehr als Leiter verwendet worden)

Plus hat jedenfalls an der Lenksäule und am Mantelrohr nichts zu suchen !

Englisch ist eben internationaler als Deutsch und die VW-Szene in den USA ist um einiges größer als bei uns. Seien wir froh, dass diese dort lebt und uns erstens Nachfertigungen von Teilen und zweitens gute Anleitungen oder Einsichten (z.B. Querschnitte durch Wärmetauscher in Bildform) beschert.
Mir persönlich ist die Sprache der Anleitungen da vollkommen egal. Ich merke oft gar nicht mehr, dass es Englisch ist.
Außerdem wären geschätzt die Hälfte aller aktuell vorhandenen Karmänner in D nicht vorhanden, wären sie nicht früher in die USA verkauft und später re-importiert worden.
Auch mein Karmann ist stolzer Multi-Kulti mit Meilentacho und amerikanischer Vergangenheit. :nighty:

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Di Okt 09, 2018 10:36 am
von Wolfgang Klinkert
Servus Andi,
Andreas Bergbauer hat geschrieben:
Di Okt 09, 2018 10:15 am
... Stegreif (was heißt das eigentlich in Englisch ?) ...
Off Topic: "extempore" oder "off the cuff "

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Di Okt 09, 2018 11:01 am
von Oliver Brendle
Hallo Volker, wie schon Andi sagt falsch verkabelt! Definitiv ist bis `67 (auch Käfer) folgendes Schema angewand worden.
Masse über eine Lasche an der Hardyscheibe (Richtung Lenkgetriebe) Massekabel durch die Lenksäule an den Hupenring/Knopf am Lenkrad Die Hardyscheibe isoliert dabei die Lenksäule/Mantelrohr.
Am Mantelrohrende ist eine Lasche mit einem Masseanschluss der zum Horn Relais führt und die Schaltfunktion übernimmt.

Wird der Ring /Knopf gedrückt schliesst sich der Kreis Das Mantelrohr bekommt Masse!
Die meisten Probleme erzeugen:

1) Eine (leicht)leitende Hardyscheibe Effekt: sproadisch auftretendes spontan HubHub bis Dauer HubHubHUbHub
2) Durch / angewetzte Mantelrohr Isolation (Masse an Mantelrohr durch die Stirnwand / Halter) Effekt: sproadisch auftretendes spontan HubHub bis Dauer HubHubHUbHub
3) Ein ganz schlauer Schrauber der ein Masseband zwischen Lenkgetriebe/Lenksäule (Überbrückung Hardyscheibe) verbaut hat (war bei mir so) Effekt: Dauer HubHubHUbHub

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Mi Okt 10, 2018 5:07 am
von Markus Luidl
Hallo,

hab vor zwei Jahren auch ein riesen Terz mit der Hupe gehabt.
Achtung englisch: It drove me crazy!
Hab die Ganze Lenkung zerlegt weil ich nicht wußte was los war...

Schuld war auch bei mir der Hardi...
Wenn die mit Metall verstärkt ist, was oft (mostly) der Fall ist, dann hupt es halt immer, oder wenn die Hardischeibe Lust hat (Kurven, warm, kalt...).

Ich hab, 14 Tage Rückgaberecht sei Dank, 3 Hardischeiben bestellt, die mit dem höchsten Widerstand behalten, und den Rest zurückgeschickt.

Irgend ein Händler schreibt sogar bei den Hardischeiben dazu, dass sie elektrisch leiten.

Best Regards
from MoTown

Markus

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Mi Okt 10, 2018 3:47 pm
von Andreas Bergbauer
Das mit der Hardyscheibe erklärt aber nicht den Kurzschluss, der eine 30A-Sicherung zum Schmelzen bringt.

Dass die Hupe bei leitender Hardyscheibe weiterhupt, liegt an der Tatsache, dass der Karmann im Gegensatz zum Käfer und Co. ein Hupenrelais hat.

Ein Relais hat einen Anzugsstrom und einen Haltestrom, die Leitfähigkeit der Hardyscheibe reicht meist nicht aus, um das Relais zum Anziehen zu bringen, aber sehr wohl, um es angezogen zu halten ! Folge: Dauerhupen...

Hier ist aber was vollkommen falsch verdrahtet.
Ob der Wagen ein Ami ist? :mrgreen:

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Mi Okt 10, 2018 6:05 pm
von Oliver Brendle
.....das nicht aber wenn tatsächlich statt Masse Strom zum Relais zum Schliessen bzw. noch besser direkt zur Hube führt und Isolierung am Mantelrohr oder Mantelrohr durch ist reicht das...

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Do Okt 11, 2018 10:06 am
von Andreas Bergbauer
Vollkommen falsch verstandenes Thema!

DAS sind Hupen im Karmann:


Bild

Aus: TK-Fotocommunity

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Do Okt 11, 2018 11:12 am
von Hartmut Ramhold
Andreas Bergbauer hat geschrieben:
Do Okt 11, 2018 10:06 am
Vollkommen falsch verstandenes Thema!

DAS sind Hupen im Karmann:


Bild

Aus: TK-Fotocommunity

:gut: :gut: :grinseval:

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Do Okt 11, 2018 11:13 am
von Jürgen Klein
Ein Mantelrohr kann ich mir da ja noch gut vorstellen , aber wo ist die Hardy-Scheibe ??

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Do Okt 11, 2018 6:47 pm
von Wolfgang Klinkert
Jürgen Klein hat geschrieben:
Do Okt 11, 2018 11:13 am
... aber wo ist die Hardy-Scheibe ?? ...
Moin Jürgen,

hat er vorher rausgenommen. :lol:


Bild



:versteck:

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Do Okt 11, 2018 10:24 pm
von Jürgen Klein
Super pariert !! Respekt !

Re: Hupen im Karmann Bj. 1964, Baureihe 1963,

Verfasst: Fr Okt 19, 2018 2:43 pm
von Volker Bürkle
Hallo Andreas, Oliver, Markus, Wolfgang und Jürgen,

herzlich bedanke ich mich für Eure wertvollen (und humoristischen) Beiträge zu meinem Problemthema.
Nun werde ich der Sache auf den angezeigten Pfaden nachgehen, und ich hoffe auf Erfolg.

Herzliche Grüße
Volker
Piemont-Fahrt 2018
Piemont-Fahrt 2018