Hauptbremszylinder

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Maximilian Busch
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Hauptbremszylinder

Beitrag von Maximilian Busch » Mo Sep 09, 2019 5:36 pm

Werte Ghiafreunde

ich bin dabei meine Bremsanlage neu zu machen. Tutto completto.
Beim ersten Hinsehen sieht mein neuer Hauptbremszylinder genau so aus wie der alte eingebaute (ob original oder nicht ist nicht mehr zu klären, wenn nicht, dann vor 1996 geändert (US Fahrzeug Baujahr 1970).
IMG_0353.JPG
Beim genaueren Hinsehen (das Bentley Handbuch hat mich drauf gebracht), hab ich einen Unterschied gefunden der mich stutzig macht. Da es hier um ein durchaus sicherheitsrelevantes Bauteil geht, wollte ich um Eure Hilfe bitten.

Im neuen Hauptbremszylinder sind alle Bohrungen (sowohl zu den Bremslichtschaltern als auch zu den Bremskreisen selbst jeweils etwas über 3mm).

Im alten Bremszylinder sind die Bohrungen zu den unteren Bremslichtschaltern auch etwas über 3mm, jedoch die Bohrungen zu den beiden oberen Bremskreisen vorne und hinten sind deutlich reduziert (verjüngt).
IMG_0350.JPG
So nun stellt sich die Frage habe ich den richtigen neuen Bremszylinder oder geht der eigentlich nicht, da die Bohrungen nicht verjüngt sind wie beim alten? Denn der alte Bremszylinder hat wunderbar gebremst.

Um die Sache noch etwas zu verkomplizieren:
Im Bentley findet sich eine Bemerkung, die besagt, dass es unterschiedliche Hauptbremszylinder gibt, welche mit Verjüngungsbohrungen "Restricton drillings", und welche mit einem Restdruckventil (Residual pressure valve) und dass es für Wagen mit Scheibenbremsen die mit Restriktion drillings bedarf (3,5mm) und diese nicht mit den anderen Bremszylindern verwechselt werden dürfen. Ahahaha.
IMG_0356.JPG
Der neue Bremszylinder hat die Bohrung vermutlich mit 3,5mm (wäre also im Sinne des bentleys eine Restriction drilling) aber die im alten ist wirklich reduziert.
Also was ist davon zu halten? Vielleicht mach ich mir auch nur einen furchtbaren Kopf, ohne dass etwas dahinter ist.

Vielen Dank schon für Eure Hilfe.
Euer Max
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Re: Hauptbremszylinder

Beitrag von Andreas Bergbauer » Mo Sep 09, 2019 11:01 pm

Wenn der neue HBZ für das Baujahr passt, dann passt er, sofern der Teilehändler sich auskennt. Eher haben die Amis vorher was vermurkst.
Ich fahre seit Jahren glücklich mit einem 25€ Varga HBZ herum, alles bremst hervorragend, auch mit den Typ3 Sätteln vorne.

Warum arbeitest Du eigentlich mit dem Bentley und nicht mit den deutschen original VW Anleitungen, die es im Netz gibt?
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Re: Hauptbremszylinder

Beitrag von Oliver Brendle » Di Sep 10, 2019 3:00 pm

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Re: Hauptbremszylinder

Beitrag von Jürgen Klein » Di Sep 10, 2019 9:52 pm

Ich habe gerade einen Tandem- HBZ von Ate eingebaut , der hat auch keine Stopschraube für den vorderen Kolben mehr . Der Anguss ist noch da , aber keine Bohrung mehr ...
Habe übrigens Einkreis - Scheibe auf Zweikreis-Scheibe umgebaut . Funktioniert .
Habe am Karmann damals auch auf Zweikreis - Trommelbremse umgerüstet . Funktioniert auch seit 8 Jahren prima ...
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Re: Hauptbremszylinder

Beitrag von Maximilian Busch » Di Sep 10, 2019 11:56 pm

Vielen Dank für Eure Antworten.
Jetzt ist mir schon einiges mehr klar geworden.
Sprich ich hatte einen HBZ mit Drosselbohrungen zu den Bremskreisen, der eigentlich erst für Fahrzeuge ab 1972 genutzt wird.
Was mir noch nicht ganz klar ist, es wird immer nur (sowohl im Original-Handbuch als auch in meinem Bentley) davon gesprochen, das es Fahrzeuge mit Trommelbremsen oder mit Scheibenbremsen gibt.
Ab 1967 hatten unsere Ghias aber vorne Scheiben und hinten die Trommeln. Sprich eigentlich eine Chimäre?
PS Für was war diese Drosselbohrung gedacht, bzw. die vorher eingesetzten Vordruckventile? Benötigen die Bremslichtschalter einen anderen Druck als der Bremskreis, denn die haben nach wie vor die 3,5mm.

Viele Grüße
Max

PS Da ich meinen KG in USA erworben habe (1996, somit also auch in den Anfangsjahren des Internet) und dieser dort auch für 4 Jahre mein Daily Driver war, habe ich nicht nur, als damals blutiger Novize, mit dem John Muir Manual den Motor auf der Garageneinfahrt ausgebaut, die Haupt-Öldichtungen am Motorblock und dem Getrieb gewechselt und diesen auch wieder erfolgreich zusammengesetzt. Das Buch ist daher eigentlich meine Bibel (nur mit Worten beschrieben wie ein Motor raus geht und wieder rein und dann absolut zuverlässig für 4 Jahre quer durch die USA fährt). Meine aufrichtige Hochachtung John Muir.
Zusätzlich zum Bentley und Muir hab ich noch ein Haynes. Die Reparaturleitfäden im Netz (volkswagen-classic-parts.de) hab ich mittlerweile auch, aber da steht auch nicht mehr drinnen als im Bentley. Eher noch weniger, da sich die Änderung 1972 einstellte und die Merkblätter im Netz von 1975 sind.
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Re: Hauptbremszylinder

Beitrag von Maximilian Busch » Mi Sep 11, 2019 12:12 am

PS Hier noch das erste Bild von meinem KG beim Motorausbau (ganz am Anfang). Mein Mitbewohner schraubte damals an seinem Reiskocher (Toyota Celica?) rum. Waren coole Zeiten.
Jasmin und Lechek.jpg
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Re: Hauptbremszylinder

Beitrag von Jürgen Klein » Mi Sep 11, 2019 6:38 am

Moin ,
der Wagen deines damaligen Mitbewohners ist ein Nissan 280Z .
Es gab VW mit 4 hydraulischen Trommelbremsen und ab einem bestimmten Datum wurden vorne Scheibenbremsen angebaut ( hinten blieben immer Trommelbremsen) , deshalb die Unterscheidungen .
Hier lass ich mal Wikipedia sprechen :
Das Bodenventil hatte früher die Aufgabe, einen geringen Restdruck (etwa 0,4–1,7 bar) in der Bremsleitung zu halten, um mechanische Spiele, insbesondere an der Trommelbremse, auszugleichen und Kavitation (Gasbildung durch raschen Druckabbau, was zu Korrosion führt) zu verhindern. Es war am Hauptbremszylinder angebracht und in Fahrzeugen mit Topfmanschetten am Radbremszylinder der Trommelbremse verbaut. Heutzutage werden statt Bodenventilen Vordruckventile verwendet. Sie sind am Hauptbremszylinder im Bremskreis für die Trommelbremsen angeschraubt. Der Vordruck dient auch dazu, eine bessere Abdichtung der Manschetten im Radbremszylinder zu ermöglichen.

Das Spezialbodenventil wird bei Scheibenbremsanlagen verbaut, damit sich der Bremsflüssigkeitsdruck bei einem Restvordruck von ca. 2 bar zeitverzögert abbaut, was Kavitation verhindert. Allerdings ist ein vollständiger Druckabbau durch die Drosselbohrung im Ventil möglich und auch sinnvoll, da der Bremsbelag sonst unnötig anliegen und zu hohem Verschleiß führen würde.
Soweit Wikipedia .
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1600 Variant L schlüpferblau 4/66
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Re: Hauptbremszylinder

Beitrag von Maximilian Busch » Do Sep 12, 2019 8:29 pm

Super, vielen Dank, jetzt wird aus dem ganzen ein Schuh. Liebe Grüße Max
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