Vergaser einstellen

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Jochen Frobenius
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Vergaser einstellen

Beitrag von Jochen Frobenius »

Hallo Fachleute,
ich brauche mal einen Rat von einem alten Hasen obwohl ich mich eigentlich ganz gut auskenne.
Mein Karmann Ghia 1600 Automatik läuft brauchbar / gut. Kontaktlose Zündung ist sauber eingestellt. Vergaser ist sauber. Aber im Vergleich zu meinem 1300 Käfer dreht der Motor lange nicht so spritzig und sauber hoch beim plötzlichen Tritt aufs Gaspedal. Es ist als ob er sich verschluckt. Gestern bei einem Test nach langer Zeit hat es heftig im Vergaser geknallt beim abrupten Gasgeben (wie eine Fehlzündung im Vergaser). Wenn man gefühlvoll Gas gibt ist alles ok.

Jetzt meine Frage:
Gemisch eher zu fett oder zu mager? oder wie kann ich das kontrollieren? Ohne CO messgerät.
Einstellung der Beschleunigerpumpe (ist mit Verstellschraube) eher nach plus oder minus verstellen?
Kann es mit dem Spritzpunkt des Beschleunigerröhrchens im Vergaser zusammenhängen? Manche sagen, es soll auf die Kante der geöffneten Drosselklappe zielen. Ist bisher noch nicht von mir begutachtet oder verstellt worden.

Es fehlen halt so die letzten 5% und das hätte ich gerne weg.
Ich hoffe hier auf Euch.
Gruß Jochen

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Rolf Stein
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Rolf Stein »

Karmann- Servicestation. [/img][/url]
https://plus.google.com/photos/10848987 ... 9527174993

]Einen Karmann Ghia besitzen oder daran arbeiten ist besser als ein Therapeut !

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Wolfgang Klinkert
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Wolfgang Klinkert »

Hallo Rolf,

der Link zeigt eine große Menge von Beiträgen, die jedoch leider nicht zum Thema passen. :?
Bild
VW KARMANN GHIA - einer der schönsten Wagen der Welt.
Mehr Informationen unter : https://wolfgangklinkert.de.tl/

Andreas Bergbauer
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Hallo Jochen,

ist das jetzt ein 34er oder 14er ?

Hierzu fällt mir als erstes eine schwergängige Zündzeitpunktverstellung im Zündverteiler ein.
Diese ist ja bei den meisten nachgerüsteten, kontaktlosen Zündungen ebenfalls wirksam und wenn diese klemmt oder verharzt ist, funktioniert die Frühzündungsverstellung nicht schnell genug.
Also bitte auch alles "drumherum" prüfen wie Unterdruckschläuche, Dose usw.

In Zusammenhang mit meinen (nicht originalen..) Doppelvergasern hatte ich noch die Entdeckung gemacht, dass bei übervoller Schwimmerkammer (Nadelventil undicht, Schwimmer falsch eingestellt) bei apruptem Gasgeben der Unterdruck Sprit aus dem Überlauf gesaugt hat und der Vergaser kurzzeitig fast abgesoffen ist.
Schau mal beim aprupten Gasgeben von oben in den Vergaser bei entferntem Luftfilter, steht dann millimeterdick der Sprit auf der wieder geschlossenen Drosseklappe, ist der Vergaser übergelaufen.

Ich würde wegen dem Knallen aber eher auf den Zündzeitpunkt tippen.

Grüße

Andreas
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Jochen Frobenius
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Jochen Frobenius »

Andreas Bergbauer hat geschrieben:Hallo Jochen,

ist das jetzt ein 34er oder 14er ?

Hierzu fällt mir als erstes eine schwergängige Zündzeitpunktverstellung im Zündverteiler ein.
Es ist ein 14 er.

Danke für den Tipp. Ich werde mir den Zündverteiler nochmal genau anschauen. Wie kann man easy die Leichtgängigkeit objektiv beurteilen? Am Unterdruckschlauch saugen und gucken? Mit den Fingern mechanisch verstellen und fühlen?

Die Unterdruckschläuche sind alle neu und IO. Wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe hat der Motor ja zwei Druckdosen plus Automatic Ventil. Viel gedöns.

Andreas Bergbauer
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Jochen Frobenius hat geschrieben:Wie kann man easy die Leichtgängigkeit objektiv beurteilen? Am Unterdruckschlauch saugen und gucken? Mit den Fingern mechanisch verstellen und fühlen?
Ja, am Schlauch saugen und gucken, auch, wie schnell es sich zurückstellt. Das ist die Unterdruckverstellung.
Oft haben die Verteiler aber auch noch eine Fliehkraftverstellung, hierzu am Verteilerfinger drehen und fühlen, wie schnell er wieder in die Ausgangslage zurückgeht.
Eventuell ist auch ein falscher Verteiler drin....

Prinzipiell gilt, dass die gesamte Verstellerei eigentlich butterweich gehen muss. Ich hatte das bei meinem rein fliehkraftgeregelten 009er Verteiler auch, dieses Schwergängigkeitsproblem, und das schon nach 10 Jahren. Wenn da jetzt 45 Jahre nichts passiert ist, dann kann man sich vorstellen, wie der Verteiler innen aussieht.

Mit der doppelten Unterdruckverstellung in Kombination mit Halbautomatik aber kenne ich mich nicht so gut aus, es könnte ja auch sein, dass generell am Unterdrucksystem was nicht richtig angeschlossen ist, diese doppelte Dose wirkt ja "gegeneinander", also eine Dose verstellt in Richtung "spät", die andere in Richtung "früh", wenn da die Balance nicht stimmt, kann da alles Mögliche passieren.
Viele rüsten auch auf die Einfachverstellung zurück, Sprit spart sie auf ale Fälle.

Hierzu noch ein alter Thread:

http://www.vw-karmann-ghia.de/forum/vie ... f=5&t=8771

Mein Rat: Wenn der Verteiler mit der Doppeldose sowieso defekt sein sillte: Raus damit.
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Jochen Frobenius
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Jochen Frobenius »

@Andreas
danke, danke, danke.
Ich glaub ich habs. Habe heute schnell in der Mittagspause mal in den Verteiler geschaut. Geht alles leichtgängig. Aber-
es ist eine doppelte Druckdose. Den einen Unterdruckschlauch habe ich erneuert gehabt (etwas dicker). Wenn man den abzieht und dran saugt verschiebt sich der ZZP nach früher.
Heute habe ich mir nochmal den anderen Unterdruckschlauch, den mit dem gebogenen Metallrohr, angeschaut. Da tat sich nichts richtig beim saugen. :shock:
Darauf habe ich versucht mit dem Schlauchrohr einen Unterdruck aufzubauen. Ging nicht. Die kurzen Schlauchstücke waren so porös, das sich einfach kein Unterdruck aufbauen ließ. Die waren auch noch alt (hatte ich damals keinen Ersatz?, ich weiß es nicht mehr, sahen äußerlich ja auch noch ganz gut aus).
Habe dann schnell die Schläuche provisorisch gegen festen Silikonschlauch ausgetauscht.
Das Ergebnis ist vielversprechend.
Ich glaube das war es.
Super Andreas, alter Hase :mrgreen:

Jochen Frobenius
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Jochen Frobenius »

So,
jetzt wo alles läuft habe ich den Thread mit der Unterdruckverstellung gelesen. Da ich noch einen 009er im Keller liegen habe, werde ich den Karmann damit umrüsten. Originalität hin oder her (und die Kiste ist wirklich noch schön original mit jetzt erst 50.000 Km in 44 Jahren Gesamtlaufleistung!)
Gruß Jochen

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Christian Klein
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Christian Klein »

Hallo Jochen,
Jochen Frobenius hat geschrieben:Originalität hin oder her
Ist doch in Ordnung. Das kann jeder machen, wie er will.

Ich selbst bin ich jemand, der es am liebsten original haben will (gell, Rolf? :wink: ).
Aber gewisse Dinge sind dann doch der Sicherheit und Zuverlässigkeit wegen geändert worden:
Größere Scheibenbremsen, größere Bremszlinder bei den Trommelbremsen und die elektronische Zündung.

Das sind aber alles Dinge, die man nicht auf den ersten oder zweiten Blick sieht.

Liebe Grüße
Christian

Andreas Bergbauer
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Jochen Frobenius hat geschrieben: Super Andreas, alter Hase :mrgreen:
Bitte, gerne geschehen !
Jochen Frobenius hat geschrieben: Da ich noch einen 009er im Keller liegen habe, werde ich den Karmann damit umrüsten.
Gib dann bitte mal beim Gelegenheit Info, ob er dann weniger braucht und wie er sich fährt im Vergleich, fairerweise müsste der 009er dann aber auch kontaktlos umgebaut werden.
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Jochen Frobenius
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Jochen Frobenius »

Andreas Bergbauer hat geschrieben: Gib dann bitte mal beim Gelegenheit Info, ob er dann weniger braucht und wie er sich fährt im Vergleich, fairerweise müsste der 009er dann aber auch kontaktlos umgebaut werden.
Mhmm, ich habe den Verbrauch nie gemessen :roll: aber selbstverständlich kriegt der 009er auch eine kontaktlose Zündung. Auf die frei werdende kontaktlose Zündung des Serienverteilers wartet doch schon mein Käfer Cabrio :mrgreen:

Josef Eberhard
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Re: Vergaser einstellen

Beitrag von Josef Eberhard »

Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Doppelkanal-Motor eher anfällig auf ein "Loch" ist, während ich das beim
Einfachkanal selten hatte oder schnell beheben konnte. Die Frage ist nur, ob das nicht auch konstruktiv bedingt sein könnte, oder ob er
einfach anfälliger auf Fehler ist (verstopfte Düsen, Falschluft etc.).

Als Älterer weiss ich, dass damals beim Erscheinen der Doppelkanalmotoren (AS , AB etc.) diese viel Sprit brauchten und deshalb ständig
in der Werkstatt standen :wall:

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