Motor für Bergfahrten

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wolfgang Feckter
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Motor für Bergfahrten

Beitrag von wolfgang Feckter »

Hallo,

nachdem ich einiges hier schon über getunte und hochgezüchtet Motoren gelesen habe, stellt sich bei mir immer mehr die Frage, wie ich meinen zukünftigen Motor auslegen sollte.
Er soll für Bergfahrten und auch für Autobahnfahrten geeignet sein. Dazu sei gesagt ich komme aus Österreich.
Zur Typisierung möglichst Originaloptik ( keine Doppel- oder Zweivergaser Anlage) Zusatzölkühler mit Fragezeichen.
Oldtimer ( historisches Fahrzeug) nur im Originalzustand möglich, sonst max. 65 PS bei normaler Typisierung.
Ausgangspunkt ist ein 1500er mit 44 PS.
Wäre ein 1641 ccm
- Zentralvergaseranlage 37er ( 34er Umgebaut)
- bessere Verdichtung ca. 9 :1
- 110 Sportnockenwelle
- Kurbelwelle 69 mit Gegengewichten
- Original Zylinderköpfe mit 35,5 und 33
- mit größerer Ölwanne 1,5l
- stärkeres Lüftungsrad
Ausreichend für mehr Drehmoment, standsicher und ca. 65 PS

Die große Frage ist die Öltemperatur bei schnellerer Fahrt oder Bergfahrt

Bzw. wie gut der Prüfer ist das er es als Original schluckt.

Oder Variante 2
- 1835 ccm
- Zylinderköpfe bearbeitet mit 40 und 35,5 stärkere Federn
- verbessertes Ansaugrohr
- Rest wie oben beschrieben
und später Nachbau von externem Ölkühler
Motor soweit wie möglich in Originaloptik

Bremsen vorne die Scheibenbremsen ( vielleicht hinterlüftete) und hinten verstärkter Bremszylinder
Wolfgang Feckter
aus den Höhen des nördlich OÖ
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Harald Krause
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Harald Krause »

Hallo,
Für Drehmoment Variante 2 Nockenwelle W100. Es giebt einige Firmen die erfahrungen mit 1 Vergasermotoren haben.
Fa. Bernauer hat kompl Kits mit passenden Köpfen,einfach bei den bekannten Tuner anrufen.
Das Abstimmen der Motoren ist nicht so einfach, Vergaservereisung ist ein häufiges Problem.
Viel Erfolg
Gruß Harald

wolfgang Feckter
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von wolfgang Feckter »

Hallo ,
Danke für den Tipp. Habe Fa. Bernauer schon gespeichert, hätte auch ein 5 Gang Getriebe in Normalformat.
Wolfgang Feckter
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Markus Luidl
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Markus Luidl »

Hallo Wolfgang,

wenn er möglichst original aussehen soll und ein Ölkühler nicht erlaubt ist, würde ich den Motor in jedem Fall mit einem Gebläsekasten mit Doghouse aufbauen. Stärkeres Lüfterrad brauchst du dann sowieso. Evtl. könntest du probieren, ob eine 177er Riemenscheibe geringere Temperaturen bringt.
Öltemperaturanzeige ist übrigens ein muss!

Man muss einen externen Ölkühler nicht zwingend an der Front verbauen, wo er sofort ins Auge springt. Es gibt auch Lösungen bei denen die Kühler unter dem Auto an den Drehstabrohren befestigt werden. Evtl. hat dein Prüfer dafür ja Verständnis.

Wenn es auf eine Zentralvergaseranlage mit Einkanalsaugrohr hinausläuft sind die 1500er Köpfe die größten Ventile: E=35mm A=32mm
Ob sich die "gesund" auf E=40 A=35,5 aufbohren lassen weiß ich nicht. Da wären Doppelkanalköpfe halt schon besser.

Das Geld für die Kurbelwelle mit Gegengewichten würde ich mir sparen. Der Motor soll ja kein Drehzahlwunder werden. Lieber eine original VW Kurbelwelle herrichten lassen.
Größe der Ölwanne bringt m. E. nicht wirklich was. Ausser weniger Bodenfreiheit. Lieber eine gute Kühlung mit Thermostat(90°) und Filter und dazu eine ordentliche/neu/passende Ölpumpe.

Ich persönlich bin nicht recht überzeugt von 86,5er (1641cm³) oder 92er (1835cm³) Kolben. Die untere Wandstärke ist einfach etwas mager.
Ja ich weiß, in diesem Bereich führen die Zylinder nur noch die Kolben, trotzdem hab ich dort gerne etwas mehr Fleisch.
Ich bin bei konservativen 90,5er Koben geblieben, die haben dann wieder die gleiche Wandstärke wie der originale 1600er Zylinder.

Ich würde dir übrigens empfehlen kein altes Motorgehäuse zu nehmen. Lieber was neues. Kostet zwar ein bisschen was, ist dafür dann aber ordentlich...

Aber ich denke wenn man da 100 Leute fragt, die sich mit dem Käfermotor schon etwas auseindergesetzt haben, dann wird man 100 Vorschläge bekommen.

Also, mach es so wie der 101-te...

Gruß

Markus
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Andreas Bergbauer
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Unabhängig von allen Auslegungen und Versionen: Slip-In Zylinder sind bei Überhitzung schnell unrund.
Und genau beim Bergfahren hat man weniger Drehzahl und mehr Moment, wodurch die Luftkühlung an die Grenzen kommt und eigentlich die Ölkühlung greifen sollte.
Darf man keinen zusätzliche Ölkühler montieren, sind dem Konzept schnell Grenzen gesetzt. Heiß wird er am Berg immer werden.
Hier kann man eigentlich nur mit einer eher fetten Vergaserabstimmung entgegenwirken.

Mit meinem, sagen wir mal "grobgetunten" Ca. 80 PS Motor, Seriengebläse und Frontölkühler habe ich den Glockner im Sommer mit konstant 90 Grad Öltemperatur geschafft. Und da war "freie Bahn", weil Montag.

Zum Getriebe: 5-Gang ist bei 65 PS überflüssig. Grad, wenn man nur 130 auf der Autobahn fahren darf. Da reicht die lange Karmann Serienübersetzung vollkommen aus.
Glockner.jpg
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Hans Weberhofer
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Hans Weberhofer »

Ich habe auch einmal so einen Floh in's Ohr gesetzt bekommen und bin dem Projekt nachgegangen.
Meine Eckdaten
• F-Motorblock mit den größeren Ölkanälen und 2 Öldruckventilen
• Versetzter Typ4 Ölkühler
• 36 mm Lüfterrad gewuchtet
• Ansaugrohr 34mm
• Vergaser 34 PICT 3 auf 37mm aufgebohrt
• HD Filterölpumpe 32mm
• Zündverteiler 123 Tuning+Bluetooth (war vorhanden)
• Hochleistungszündkabel
• 200er Schwungscheibe gewuchtet
• 1776 Kolben und Zylinder AA Performance
• Zylinderköpfe vom H - Motor
• Motorblock und Zylinderköpfe bearbeiten
• Lagergasse spindeln
.... und so weiter und so fort!!!
Bin ca. 1500 km damit gefahren, zieht richtig gut an. Die Bergfahrten waren das Ziel, auf meiner Teststrecke wo ich vorher mit der 2. hochgekrochen bin geht es jetzt mit der 3. bis zu 80 km/h bergauf.
Bei den Kreisverkehren geht alles mit der 3. durch.
Die Öl- und Zylinderkopftemperatur haben bis jetzt gehalten, es waren aber Herbstausfahrten.
Wie lange der Motor hält ist eine andere Frage.
Der Verbrauch liegt bei gut 9 Litern
Eines noch, ich habe im Gebläsekasten die Luftleitbleche fixiert, dass mach ich wieder Rückgängig zur originalen Thermostatsteuerung, bei den Talfahrten kühlt er zu stark ab und stottert bis er wieder warm wird. Ich hoffe damit wird das Problem gelöst

https://youtu.be/zTwi5PwL7Lw

Viel Spaß bei deinem Projekt
Bin nicht weit von dir entfernt, bin ein Steirer

Gruß
Hans
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Andreas Bergbauer
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Hans Weberhofer hat geschrieben:
Di Jan 19, 2021 12:29 pm
Eines noch, ich habe im Gebläsekasten die Luftleitbleche fixiert, dass mach ich wieder Rückgängig zur originalen Thermostatsteuerung, bei den Talfahrten kühlt er zu stark ab und stottert bis er wieder warm wird. Ich hoffe damit wird das Problem gelöst
Das liegt nicht an den Klappen. Das liegt u.a. am fehlenden Ölthermostat.

Du kühlst Dir das Öl (gerade mit dem Typ4 Ölkühler) bei den Talfahrten zu sehr ab und damit dem Motor, denn der Ölkühler wird immer mit vollem Luftstrom gekühlt und die Drehzahlen bei Bergabfahrt sind entsprechend hoch.


Meiner stottert ohne Klappen kein bisschen, dafür regle ich die Öltemperatur sauber bei 90 Grad ein.
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Hans Weberhofer
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Hans Weberhofer »

Andreas Bergbauer hat geschrieben:
Di Jan 19, 2021 12:55 pm
Das liegt nicht an den Klappen. Das liegt u.a. am fehlenden Ölthermostat.
Ok, vielen Dank mal für den Tipp :gut:

Gruß
Hans
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Stefan Neugebauer »

Moinsen!
Beim Motor scheiden sich die Geister in so unterschiedliche Lager; das ist kaum auszuhalten ;-)
Ich baue gerade für meinen Karmann auch einen Motor auf. Der wird aber zunächst im Käfer "getestet".
Ziel sind ca. 65PS, um auf vorderen Trommeln zu bleiben. Alles H-Kennzeichen tauglich und möglichst Serienoptik

H-Gehäuse
74er Welle mit erleichtertem Schwungrad, gewuchtet
90,5er AA Performance
W90 Nocke
Einkanalköpfe
eps ca. 8,5
1,25er Kipper
123 Verteiler
Heizbirnen mit größerem J-Rohr
CSP oder Ahnendorp Edelstahl Endschalldämpfer in Serienoptik
vmtl. flachen 0,9l Zusatz-Ölsumpf

Ölkühlung mache ich extern, wegen Fullflow mit Ölfilter.

Der wird genug Druck "unten rum" haben.

Ich persönlich würde vom 1641er mit W110 Abstand nehmen. Die Nocke braucht Drehzahl und zusammen mit den "kleinen" Ventilen könnte das problematisch werden.
Darüber hinaus muss man immer wissen was man möchte. Ich "liebe" lowend-Torque. Also Drehzahlniveau, wie Serie, nur das Moment etwas nach oben verschoben.
Einen 1776er halte ich auch für gut. Ist ein "Brot und Butter" Tuning Konzept. Ausgereift und "an jeder Ecke" zu bekommen. Je nach Bearbeitungsstufe mit Einkanalköpfen auch 80PS möglich.

Stefan

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Andreas Bergbauer
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Stefan Neugebauer hat geschrieben:
Mi Jan 20, 2021 9:02 am

90,5er AA Performance
Die habe ich aktuell auch und werde bei der nächsten Gelegenheit doch wieder zu Mahle zurückgehen.
Ich musste meinen Motor ja mehrmals zerlegen wegen dem Problem mit dem Zahnflankenspiel NW-KW und jedesmal die Zylinder abziehen.
So konnte ich das "Einfahren" gut beobachten. Fakt ist, dass einer der Zylinder bereits leicht unrund ist.
Das mag ein Einzelproblem sein und auch vtl. einer kurzzeitig zu mageren Vergasereinstellung geschuldet sein, meine alten Mahle hatten das Problem aber nie, egal wie verstellt die Vergaser waren.
Und ich betone nochmals: Lasst die originalen Heizbirnen und Auspufftöpfe drin. Bei diesen PS-Zahlen macht das keinen Unterschied. Nur im Lärm und dem daraus gefühlt besser gehenden Motor...
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Fritz Stagge
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von Fritz Stagge »

Stefan Neugebauer hat geschrieben:
Mi Jan 20, 2021 9:02 am
Ziel sind ca. 65PS, um auf vorderen Trommeln zu bleiben.
Hallo,
ich kann nur dringend empfehlen, dass zu überdenken.
Bergfahrten mit starkem Motor, schlechten Bremsen und Pendelachse? :shock:
Schon mit 50 PS sind die Trommeln vorne nur noch grenzwertig.
Sicherheit sollte da vor Schnelligkeit gehen! :gut:
Mit freundlichen Grüßen
Fritz Stagge

wolfgang Feckter
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Re: Motor für Bergfahrten

Beitrag von wolfgang Feckter »

Bergfahrten mit starkem Motor, schlechten Bremsen und Pendelachse? :shock:
Schon mit 50 PS sind die Trommeln vorne nur noch grenzwertig.
Sicherheit sollte da vor Schnelligkeit gehen! :gut:
Werde mit Sicherheit vorne Scheibenbremsen haben, diese auch verstärken durch hinterlüftete und hinten andere Bremszylinder die zum Bremssystem passen.
Die 65 PS sind das Maximum das zur Zeit in Österreich eingetragen wird. Vermutlich werde ich auch einen Motor von ca. 75-80 PS bauen. Aber hauptsächlich Drehmoment. Habe auf dem Heimweg zu mir schon öfters Luftgekühlte Motoren am Straßenrand gesehen die nicht mehr so gut ausgesehen haben, zumindest zum abkühlen 8) .
Wolfgang Feckter
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