Axialspiel

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Roger Kieffer
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Axialspiel

Beitrag von Roger Kieffer » Mo Mai 16, 2016 9:12 pm

Hallo Karmänner und Frauen ;-)

mittlerweile ist mein Karmännchen zum Karmann mutiert, d.h. er hat anstelle des 34 PSlers einen 1600er mit Doppelvergaseranlage bekommen.

Soweit so gut. Lieder habe ich den Fehler begangen und habe einen Motor bauen lassen und diesen dann in eine Werkstatt gegeben zwecks Einbau.
Der Karmann ist von 1968 aber die vom Motorenbauer verbaute Schwungscheibe mit 200er Kupplung passte nicht in die Getriebeglocke. Wahrscheinlich ein falsches Getriebe...
Somit tauschte die einbauende Werkstatt (eigenmächtig) auf eine kleinere Schwungscheibe samt 180er Kupplung.

Soweit immer noch so gut. Also den Karmann abgeholt, happy :gut: ...bis zum nächsten Morgen als ich unter dem Wagen zwischen Motor und Getriebe nee großen Fleck Motoröl finden musste :roll: klarer Fall, Simmering oder O-Ring...

Der Motorenbauer gibt der Werkstatt nun die Schuld wegen des Schwungradwechsels. Die Werkstatt nun gibt dem Motorenbauer die Schuld, der Simmerring wäre nicht richtig montiert worden. Der Dumme bin ich....

Auf jeden Fall hat sich die Werkstatt nun bereiterklärt den Motor noch einmal auszubauen und nachzubessern.

Beruhigt bin ich aber dennoch nicht.... das Axialspiel nun kann ich ja selber im eingebauten Zustand nicht im geringsten kontrollieren oder?
Der eine sagt, ich soll an der Riemenscheibe fühlen ob ein winziges Spiel vorhanden ist, andere sagen, es dürfe an der Riemenscheibe überhaupt kein Spiel fühlbar sein.....

Was mach ich nun bei Abholung des Wagens....?

Einen schönen Restsonntag noch :-)

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Gerhard Meier
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Re: Axialspiel

Beitrag von Gerhard Meier » Fr Jun 17, 2016 10:05 am

Mein "Motor" hat ebenfalls weiter gesabbert, obwohl ich beim Käferspezialisten den Simmering habe austauschen lassen. Ich habe nun selbst den Motor ausgebaut und was sehe ich - der Simmering des Getriebes - vorher absolut trocken - war der Übeltäter. Durch den zweifachen Ein- und Ausbau - die Getriebewelle hat wohl leichtes Spiel und wird beim Ein-Ausbau "bewegt" - konnte der alte verhärtete Ring nicht mehr dichthalten. Das Sabbern kann also auch neu vom Getriebe herrühren, die Geruchsprobe am Ölfleck war nicht eindeutig.

Aber auch der neue Motorsimmering war nicht das non plus ultra - blaue Qualität aus Brasilien - die Schwungscheibe war ölfeucht.

Ich habe daher beide Simmeringe - Getriebering vom Freundlichen über VW Classic, Motorsimmerring von Reinz - gewechselt (Getriebesimmering bis zum Anschlag hineingedrückt, den Motorsimmering bündig mit Gehäuse), den Motor wieder eingebaut und bin probegefahren. Über Nacht habe ich keinen Tropfen mehr unter dem Auto festgestellt ! Scheint dicht zu halten. Der Simmering von Reinz fühlt sich deutlich weicher/griffiger an als die Brasilienqualität !

Einbauwerkzeuge: Für den Getriebesimmering nahm ich einen zweiseitigen 6-Kant-Steckschlüssel vom Schlosser, dessen eine Seite exakt die Größe des Ringes hatte. Der Steckschlüssel ist lange genug, um über die Getriebewelle herauszuragen.
Für den Motorsimmering habe die untere runde Metallplatte- mit der das Ölsieb beim Ölwechsel festgeschraubt wird - als Werkzeug genommen und mit mittigen leichten Hammerschlägen den Ring bündig zur Gehäusekante hineingeklopft. Dadurch wird ein Verkanten weitgehend vermieden.

Axialspiel: mein Axialspiel wies 0,22 mm auf, lt. Handbuch sollen es 0,07 - 0,13 mm sein. Ob damit Undichtigkeiten zu erklären sind, weiss ich nicht. Ich habe mir vorsorglich vor Ausbau einen Satz Ausgleichsringe bei Käferservice Wuppertal schicken lassen (unter 10 €), tatsächlich den 0,32 mm benötigt und damit das Spiel mit 3 Ringen auf 0,10 mm eingestellt. Die vor einiger Zeit im Forum vorgestellte Halterung für die Meßuhr mit den 2 zusammengeschweissten Muttern und Halteschraube habe ich nachgebaut, funktioniert perfekt!

Beim eingebauten Motor, das war ja deine Frage, kann man versuchen, ob es an der Riemenscheibe - vorne die Befestigungsschraube als Maß nehmen - meßbar ist. Das sollte eigentlich möglich sein. Ich habe das beim ausgebauten Motor auch an der Riemenscheibe ausprobiert, Maße identisch mit den Maßen an der Schwungscheibe, ist ja eigentlich logisch. Die Anleitung schreibt vor, die Messung ohne Dichtringe (beide, Simmering und den oft vergessenen O-Ring in der Schwungscheibe!) vorzunehmen. Meine Messungen ergaben jedoch, dass keine Unterschiede mit und ohne Dichtringe festzustellen sind, wenn der Simmerung bündig mit der Gehäusekante eingebaut ist. Von daher sollte es wie im ersten Satz beschrieben auch beim eingebauten Motor möglich sein. In der Schwungscheibe steckt zwar die Getriebewelle, das Spiel dort im Nadellager ist aber sicher größer und sollte daher keine Rolle spielen.
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