Keine Sicken und Drehstabringloch - na und? Schlimm?

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Rolf-Stephan Badura
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Re: Keine Sicken und Drehstabringloch - na und? Schlimm?

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

Hallo,
keptn hat geschrieben:Könnt ihr mir das bestätigen, dass das eben nur ein Indikator für ein Vertuschungsaktion sein KANN? (Blech drüberbraten...) aber nicht muss?
Siehe mein Statement unter Fragen und Antworten:
http://www.vw-karmann-ghia.de/forum/viewtopic.php?t=100

Und hoffentlich ist das Blech nicht nur "drübergebraten" über das alte... denn dann ist das schnell ein gutes, fettes Rostnest.

Ansonsten wie geschrieben: den Wagen muss man sich mindestens doppelt genau ansehen nach weiterem Pfusch... Es KANN alles sonst bestens sein - die Erfahrungen zeigten aber meist weitere Problemchen bei solchen Wagen.

Viel Glück - und werde nicht ungeduldig...
Grüße aus Berlin

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Jörg Fischer
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Re: Keine Sicken und Drehstabringloch - na und? Schlimm?

Beitrag von Jörg Fischer »

Edit: ich hatte mich verlesen und dachte die Anfrage wäre in der 34er-Rubrik. Ich lasse meinen Beitrag trotzdem so stehen, sinngemäß gilt es auch für den Typ 14. Im übrigen sind die Ausführungen von Rolf genau zutreffend. "Hoffen", daß der auserwählte trotz offensichtlicher Mängel kein Blender ist, ist meistens vergebens...
keptn hat geschrieben:(...) hab einen wunderschönen 69er gefunden und kaufe ihn.(...)
"Wunderschön" ist relativ. Wenn damit gemeint ist, daß die (originale) Innenausstattung gut in Schuß ist und der Wagen tiefglänzenden, schönen, neuen Lack hat, dann ist die Gefahr (leider) groß, einem "Blender" aufzusitzen.

Der Karmann Typ 34 wurde erst in den letzten 10 Jahren von Liebhabern "entdeckt". Davor war er "fast nichts wert". Anfang der 90er wurden wirklich gute Fahrzeuge für 5...7000 DM (nicht Euro!) verkauft, mehr war nicht drin. Ich kann mich gut daran erinnern, daß 34er am Straßenrand "vergammelten", weil sie keiner haben wollte.

Entsprechend wenig wurde auch in "Reparaturen" investiert. Originale Reparaturbleche waren selten und entsprechend teuer, also hat man mit "Meterware" oder van-Wezel-Radläufen für Peugeot oder Ford gearbeitet. Der Rest wurde mit viel Spachtel modelliert. Gute, originale Restaurationen aus den 80er oder frühen 90er Jahren gibt es kaum.

Waren Schwellerreparaturen fällig, wurden meistens nur die Außenschweller ersetzt, obwohl Heizkanäle und Innenschweller ebenfalls angegriffen waren, d.h. unter den neuen Schwellern gammelt es weiter. Häufig wurden auch die neuen Schweller mit der Bodenplatte verschweißt.
keptn hat geschrieben:Er hat die Sicken und das Loch im Schweller/Radlauf nicht,
(...) Besitzer hat den Wagen seit 91 und wurde 93 so restauriert.
Ich würde es "durchrepariert" nennen, nicht "restauriert". Das ist ein großer Unterschied.

Entscheidend ist Dein Anspruch und der Kaufpreis: wenn Du ein "schönes Auto" suchst, um ein paar Jahre Spaß zu haben, und der Kaufpreis so niedrig ist, daß Du (im schlimmsten Fall!) nach 5 Jahren den Wagen als Schlachter für 500...1000 Euro verkaufen kannst ohne finanziell ruiniert zu sein, dann ist ein "repariertes" Exemplar eine passende Wahl.

Suchst Du ein "wirklich gutes Auto zum Behalten für die Ewigkeit", dann bin ich skeptisch.

Folgende Punkte solltest Du genau untersuchen (lassen):

Auf der Bühne/Grube: Schweller mit Bodengruppe verschweißt?

In den Heizungsöffnungen im Fußraum vorne: Innenschweller bräunlich/rostig/gammelig oder einwandfrei?

Beide Rückleuchten ausbauen (geht ganz schnell) und mit starker Taschenlampe in die Öffnungen leuchten. Oft genug schreckt das Ergebnis (zu Recht) vom Kauf ab...

Magnetprobe: Frontmaske, Seitenteile vorne und hinten. Fällt der Magnet ab, ist mit Sicherheit gepfuscht.

"Bläschen" im Lack (insbesondere um die Scheinwerfer, Frontmaske, Seitenteile hinten) -> Pfusch.

Die Technik ist unkompliziert, aber auch nicht mehr ganz billig.

Gruß Jörg

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Tobias Ebner
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Beitrag von Tobias Ebner »

Hallo,
dann würde ich die Finger davon lassen, weil der Rest sehr wahrscheinlich genauso zusammengepfuscht ist.
Bei meinem jetzigen Typ 34 gibt es auch keine Sicken, aber die Drehstablöcher sind vorhanden. Ich hätte den Wagen definitiv nicht gekauft, wenn der Vorbesitzer nicht alles penibel mit Fotodoku, Rechnungen und Bautagebuch hätte belegen können: kompletter Neuaufbau mit selbst hergestellten Blechen, Drehstablöcher von Hand abgesetzt, Innenschweller lackiert vorm Zuschweißen, etc. Die Restauration war von 86 bis 94, da gab es keine ordentlichen Bleche.
Habe lieber Geduld und investiere in ein ordentliches Auto, da hast Du mehr von.
Ich bin bei meinem ersten 34er auch auf so einen Blender reingefallen. Hätte ich damals bloß jemanden gefragt, der sich auskennt, hätte ich für das damalige Geld (8000,- DM) ein super Fahrzeug bekommen und nicht meine ganzen Ersparnisse für einen Haufen Edelschrott verblasen...

Gruß Tobi

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Jörn Beutel
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Beitrag von Jörn Beutel »

wen willst Du eigentlich überzeugen? Uns oder Dich. Ich denke Du kauftst den sowieso, dann freue Dich doch dran solange es geht. Niemand kann Dir einen Rat geben auf blosse Vermutungen....
Zuletzt geändert von Jörn Beutel am Sa Aug 04, 2007 4:33 am, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße

Jörn

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