Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Wer nicht lange überlegen will, in welche Kategorie seine Fragen gehören, immer hier herein...
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Hans Weberhofer
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Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Hans Weberhofer »

Grüß Euch,
mein Karmann hatte am 30.12.1969 seine Erstzulassung. Ich finde das als ein untypisches Datum.
In Österreich hat man immer auf den Jahresanfang bei Erstzulassung gewartet, dann war das Auto "künstlich" um ein Jahr jünger beim Wiederverkauf.
Nun meine Frage: war ab 1.1.1970 ein gravierender Nachteil bei KFZ-Erstzulassungen in der BRD?
Wenn nicht, dann war's die neue Freundin für die Silvester- oder Neujahrsausfahrt :D

Gruß
Hans
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Manuel Robin von der Osten
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Manuel Robin von der Osten »

war ab 1.1.1970 nicht Gurtpflicht vorne?
habe schon ein Auto gesehen mit EZ 24.12.xxxx

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Wolfgang Klinkert
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Wolfgang Klinkert »

Manuel Robin von der Osten hat geschrieben:
Fr Dez 11, 2020 9:13 am
... war ab 1.1.1970 nicht Gurtpflicht vorne? ...
Hallo Manuel,

das Vorhandensein von Gurten auf den Vordersitzen wurde bei NEU-Wagen ab 01.01.1974 Pflicht. :wink:

Anschnall-Pflicht besteht seit 01.01.1976.


:arrow: https://blog.lapid.de/anschnallpflicht- ... -ausnahmen
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Rolf-Stephan Badura
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

Hallo Hans,

Vielleicht brauchte da nur jemand sein neues Auto dringend vor dem Skiurlaub o.ä :wink:
oder es war ein verspätetes dringendes Weihnachtsgeschenk, seufz...

Ich wüsste von keiner derart relevanten Übergangsvorschrift für den 30.12.1969
Quelle: https://www.adac-motorsport.de/docs/old ... tel_17.pdf

vor 1.1.1970
Fahrtrichtungsanzeiger hinten auch rot zulässig


ab 01.04.1970 Sicherheitsgurte auf den vorderen Sitzen erforderlich
ab 01.05.1979 Sicherheitsgurte auf den hinteren Sitzen erforderlich

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Michael Mösinger
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Michael Mösinger »

Zwar jetzt nicht die Antwort auf die Frage, jedoch sicher interessant.

Bevor Irrtümer oder evtl. falsche Daten genommen werden.
IMG_6592.JPG
hier ist mal eine schöne Übersicht wann und was geändert wurde...

(Bei Fahrzeugen, die zwischen dem 01.04.1970 und dem 01.01.1974 erstmals in den Verkehr gekommen sind, müssen nur nachgerüstet werden, wenn entsprechende Verankerungen vorhanden sind, es also technisch möglich ist.)

Aber....

auch hier gilt.. nicht alles ist in Stein gemeißelt.

z.B. rote Blinker, zweipunkt Gurte vorne oder Heizung kann man auch bei einem späteren Baujahr mit Ausnahmegenehmigung von TÜV, Zulassungsstelle und Regierungsbezirk erreichen.
Habe diese Prozedur bei meinem TC durchgemacht.. kostet zwar ne Stange Geld und Zeit... aber es ist legal möglich
Mit fränkischen Grüßen
der Mösi Michael
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Am Öl kanns nicht gelegen haben, war ja keins drin!

1967 Karmann Ghia Coupé
1974 Karmann Ghia TC
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Wolfgang Klinkert
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Wolfgang Klinkert »

Die Tabellen des ADAC scheinen bzgl. Gurtpflicht auf die Einführung in der ehemaligen DDR abzuheben, oder. :?: :?
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Berthold Flurer
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Berthold Flurer »

Hallo Hans,

oftmals sind es auch "betriebswirtschaftliche" Überlegungen bzw. Vorteile wenn ein Fahrzeug oder ein Investitionsgut noch im alten Jahr zugelassen wird, die Abschreibung läuft noch im alten Jahr los, mindert noch im alten Jahr die Steuerlast etc.

Wenn der Erstbesitzer ein Selbständiger, Kaufmann, Firma oder dergl. war, dann könnte dies der Grund gewesen sein.

War der Erstbesitzer gar das Autohaus, so würde die Zulassung im alten Jahr noch die Zulassungszahlen schönen oder gar einen Bonus wegen Erreichen von gesteckten Zielen bedeuten.

Ich habe Kunden, die lassen Neufahrzeuge (als Mietwagen) zu, um sie dann in die Ecke zu stellen und nach einem Jahr an einen Endkunden zu verkaufen, Kilometerstand dann zwischen 200 und 800 km.

Das ist für den Laien nicht nachvollziehbar, liegt aber an der Bonifizierung durch den Hersteller.

Auch ein bekanntes Forenmitglied hat z.B. kürzlich einen Jahreswagen mit 70 Kilometern auf der Uhr (günstig) erworben.

Und früher war das sicher nicht anders.

Gruß Berthold
Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief's ganz flüssig. (Paul Breitner)

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Hans Weberhofer
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Hans Weberhofer »

Vielen Dank für die Antworten!
Berthold, du wirst Recht haben,
Berthold Flurer hat geschrieben:
Fr Dez 11, 2020 7:15 pm
oftmals sind es auch "betriebswirtschaftliche" Überlegungen bzw. Vorteile wenn ein Fahrzeug oder ein Investitionsgut noch im alten Jahr zugelassen wird, die Abschreibung läuft noch im alten Jahr los, mindert noch im alten Jahr die Steuerlast etc.

Wenn der Erstbesitzer ein Selbständiger, Kaufmann, Firma oder dergl. war, dann könnte dies der Grund gewesen sein.
der Erstbesitzer war ein Holzhändler in Hanau - die Firma gibt es noch laut Suchmaschine.
Wäre sicher mal interessant in den Straßen der Vorbesitzer (6 lt. Kraftfahrzeugbrief) aufzutauchen und auf die Reaktionen der Leute dort zu warten.
Möglicherweise lebt der eine oder andere Vorbesitzer noch.
….. ich muss meine (im Kopf geplante) Deutschlandreise endlich mal in Angriff nehmen :D
Hans
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Berthold Flurer
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Berthold Flurer »

Hallo Hans,

ich habe ja von meinem Auto auch noch den Original KFZ-Brief, dazu die Kaufrechnung von 03/72, als Jahreswagen wurde der Wagen hier von einem "Werksangehörigen-Händler" in Kommission an privat verkauft wurde. Der Preis war 7.100.- DM für ein Coupe aus 02/71 mit 13.500km.

Das Haus der Besitzerin, Frau Hasenfuss, (kein Witz) steht noch in nahezu ursprünglichem Zustand hier in Nürnberg. Ich habe auch ein Foto von dem Haus gemacht, war aber da ohne Karmann unterwegs.

Als ich die Story von meinem Karmann einem alten Freund erzählte, den ich lange aus den Augen verloren hatte (er war der Vorbesitzer meines Alfa Spiders und meines Ford P4) sagte er mir, dass er das Auto gut kenne (er wohnt ums Eck dort) und wohl den Karmann auch schon kaufen wollte.

Nach dem Tod der Besitzerin ging allerdings der gesamte Hausstand an ein stadtbekanntes Auktionshaus und der Preis für den Karmann war somit uninteressant.
Der neue Besitzer musste dann erst mal für teures Geld bei einer etwas verrufenen Bastelbude/Teilehändler in Fürth eine neue Vorderachse samt Bremse einbauen lassen (Rechnung liegt vor).

Von dort ging er über eine andere kleine Werkstatt an einen Kollegen von mir. Als er dann nach Kuba auswanderte ging das Auto vor 10 Jahren zu mir.

Immer schön, wenn man Dokumente zum Auto hat und die Historie nachvollziehen kann, auch wenn es kein Promi sondern nur Frau Hasenfuss als Vorbesitzer war, lol.

Gruß Berthold
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Stephan Knecht
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Stephan Knecht »

Hans Weberhofer hat geschrieben:
Fr Dez 11, 2020 9:40 pm
Möglicherweise lebt der eine oder andere Vorbesitzer noch.
….. ich muss meine (im Kopf geplante) Deutschlandreise endlich mal in Angriff nehmen :D
Mach das; das kann interessant heraus kommen. Bei meinem Cabrio kamen bei der Zerlegung mehrere US-Fahrzeugbriefe (Title), Kino-Tickets von Los Angeles und dergleichen zum Vorschein. Unter dem Namen und der Adresse eines Titles konnte ich im Internet eine Telefonnummer finden, rief an, und es nahm sofort jemand ab der sich als Vorbesitzer des Autos entpuppte! Anlässlich einer späteren Dienstreise nach Los Angeles vereinbarten wir uns auf ein Bier und tauschten Geschichten zum Auto aus.
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Warum muss man beim Hellseher einen Termin haben?

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Andreas Bergbauer
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Re: Untypisches Datum bei einer Erstzulassung

Beitrag von Andreas Bergbauer »

Ich denke, der Erstkäufer wollte sein Auto noch vor Beginn der Zeitrechnung (1.1.1970) zulassen.
Schrauber-Nachwuchs vor!

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