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Heizung, Klimaanlage & Standheizung

Heizung

Nicht jeder lebt im sonnigen Süden oder hat eine beheizte Garage. Die Heizung des Karmann-Ghia ist aber Käfer-typisch bescheiden ausgelegt - ohne Zusatzgebläse muss die durch den Motor angewärmte Luft ihren Weg durch lange, verwundene Luftkanäle nach vorne finden. Dabei hilft es, wenn man die Fenster ein wenig öffnet, damit Luft entweichen und warme nachströmen kann (moderne Autos haben dafür versteckte Entlüftungen). Aber wenn alles korrekt Instand gesetzt wurde wird es auch nach 5-10 Minuten mollig warm.

Die Wärmetauscher hatten früher im Alltagseinsatz durch Korrosion oft eine geringe Lebenserwartung - spätestens wenn es nach Benzin oder Abgasen duftet. Oft sind auch rostenden Schweller oder deren schlechte Reparatur ein Hindernis für den Warmluft auf Weg durch den Wagen.

Austrittsöffnung für Warmluft finden sich
a) auf dem Armaturenbrett an der Windschutzscheibe,
b) im vorderen Fußraum an den Schwellern,
c) im hinteren Fußraum unter der Rücksitzbank nahe den Schwellern und
d) auf der Hutablage zur Heckscheibe.

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Klimaanlage

Es gab in den 70ern auch eine Klimaanlage für den Karmann-Ghia - allerdings nur für den US-Markt. In Deutschland sind diese nur sehr selten anzutreffen. Unter den Armaturenbrett wurde über die ganze Breite ein Zusatzteil zur Durchlüftung angebracht und im Motorraum ein Kompressor über einen zusätzlichen Keilriemen für den Kühlkreislauf angebracht.

Heckscheibenheizung

Ich hatte auch das Glück, daß mein Karmann-Ghia schon ab Werk eine heute noch funktionierende beheizbare Heckscheibe hat. Auf einigen Treffen habe ich auch nachträglich aufgeklebte Heckscheibenheizungen gesehen. Deren Herkunft ist mir aber unbekannt.

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Standheizung

Eine Standheizung gab es ab Werk nicht für den Karmann-Ghia. Aber sie waren auch schon zu früheren Zeiten begehrtes und teures Zubehör. Daher gibt es auch historisch passende Standheizungen z.B. von Eberspächer und Webasto.

Im tiefsten, eisigen Winter kann die bescheiden Auslegung der Standardheizung sehr unangenehm werden - insbesondere auf Kurzstecken, wenn der Wagen kaum warm wird. Solange es sich nur um beschlagene Scheiben handelt, hilft dass übliche Lederschwämchen und das Öffnen der Fenster ohne die Heizungluft ins Innere des Wagen zu lassen. Warm angezogen sind herbstliche, kurze Ausfahrten so zu bewältigen.

Sobald es aber eisig wird, die Fenster auch mal von innen zufrieren, man aber nicht immer in einer warmen Garage parkt, kann ich nur den Einbau einer Standheizung empfehlen (ich habe z.B. eine "B1LC compact" von der Firma Eberspächer). Billig ist das ganze aber nicht (etwa 2500 DM im Jahre 1998 - heute ca. 1500 Euro), so dass es sich nur bei häufigem Wintereinsatz lohnt. So ausgestattet lassen sich dann aber Winterlandschaften genüßlich durchfahren.

Meine Standheizung ist vorne im Kofferraum untergebracht. Die Standheizung läuft mit Benzin, welches über eine zusätzliche elektrische Benzinpumpe unter den Tank von der normalen Benzinleitung abgezweigt wird. Der Lufteinlass für die Verbrennung ist im Kotflügel auf der Beifahrerseite, der Auspuff der Standheizung ist im Kotflügel der Fahrerseite. Die zu erwärmende Luft wird im Fußrau des Beifahrers angesaugt und im Fußraum des Fahrers erwärmt zurückgeführt. Steuerbar ist die Standheizung über Zeitschaltuhr unter dem Armaturenbrett und per Fernbedienung.

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Revision: 2018/02/21 - 03:13 - © Rolf-Stephan Badura