Anlasser Problem

Philipp Reuter
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Anlasser Problem

Beitragvon Philipp Reuter » Do Mai 05, 2016 5:32 pm

Habe schon seit längerem ein bisschen Probleme mit dem Anlassen mit meinem 65er 6Volt Karmann. Nachdem er dieses Frühjahr nur noch sehr sporadisch ansprang hab ich nen Austauschanlasser gekauft.

Habe einen komplett überholten original VW Anlasser besorgt mit exakt der gleichen Teilenummer wie der Alte ( 113 911 021 B )

Schnell reingeschraubt das Teil und siehe da: nix...keinen Mucks...

Wieder ausgebaut und an einer 12VBatterie getestet. Er spurt ein aber dreht nicht.

Wozu hat der Starter 2 Anschlüsse für Klemme 50?
Beim Startvorgang im Karmann eingebaut klackt er nichtmal. Müssen die 2 Kontrolllampen im Tacho nicht ein bisschen dunkler werden beim Anlassvorgang?

Bitte helft mir, das Wetter macht doch so Freude für eine Ausfahrt :(

Gruss Phil

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Stephan Knecht
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Re: Anlasser Problem

Beitragvon Stephan Knecht » Do Mai 05, 2016 11:17 pm

Hi Phil,

Ich hatte vor einem Jahr bei meinem 165er 6V exakt dasselbe wie bei Deinem - erst sporadisches Nichtstarten, dann irgendwann gar nicht mehr. Es stellte sich heraus dass es an der Batterie lag. Dies, obwohl die Batterie normal-gute Spannung zeigte. Aber sie war nicht mehr genügend belastbar. Vielleicht in Kombination mit einem nicht mehr taufrischen Zündschloss, aber dieses ist immer noch unverändert drin und seit 6 Monaten läuft mit der neuen Batterie nun alles prima. Ich hab mir gleich die grosse Bulli-Batterie eingebaut, damit sie weniger in die Knie geht beim Anlassen - herrlich, die Zuverlässigkeit beim Starten seither. Das Zündschloss wäre also eine weitere typische Fehlerquelle. Einige Forums-Kollegen hier haben bereits ein Starter-Relais eingebaut; das bringt ebenfalls einiges, weil dann nicht mehr der ganze Saft des Magnetschalters über das Zündschloss läuft und dort die Kontakte schmoren lässt. Du findest die Artikel mit der Suchfunktion; Zauberwort 'Relais'.

Zur Funktionsweise des Anlasser hatte ich mich damals auch hinterfragt. Zur Zerlegung lötete ich die schwarze Bakelit-Kappe des Magnetschalters ab (nicht zur Nachahmung empfohlen). Bild 1 zeigt, dass der Magnetschalter eine starke und eine schwache Wicklung hat, also zwei Wicklungen über demselben Eisen. Stutzig machte mich, weshalb die starke Wicklung mit dem Schraubgewinde verbunden ist, an welchem die Kontaktfahne zum Anlasser hängt. Es ist raffiniert: Zu Beginn des Startens, wenn der Magnetschalter noch nicht gezogen hat, sind beide Wicklungen aktiv, damit der Magnetschalter den vollen Strom der Batterie für sich hat. Die 6V vom Pluspol kommen am vereinten Pol, im Foto links, in die beiden Wicklungen hinein. Die schwache Wicklung mit dem dünnen Draht fliesst über das Gehäuse zum Minuspol. Deswegen ist der dünne Draht am Gehäuse angelötet. Der dicke Draht hingegen fliesst in den Anlasser-Motor hinein und missbraucht diesen als temporären Abfluss zum Minuspol, solange der Magnetschalter noch nicht gezogen hat. Wenn dieser dann gezogen hat, also das Ritzel an das Schwungrad des Motors geworfen hat, löst der fette Kupferstreifen in der Mitte des Magnetschalters einen Kurzschluss zwischen den beiden grossen Schraubgewinde-Kontakten aus. Dadurch kriegt der Anlasser-Motor nun Saft, und gleichzeitig wird die starke Wicklung des Magnetschalters stromlos, da sie nun an beiden Enden plus 6V hat. Die schwache Wicklung bleibt weiterhin unter Spannung, um das Ritzel am Schwungrad halten zu können. So einfach wie effektiv, das Ganze.

Aber all dies muss man beim Anlassereinbau eigentlich gar nicht wissen.

Ist übrigens normal, dass ein ausgebauter Anlasser "fast nicht" drehen will; Du wolltest ihn ja an 12V testen. Der Anlassermotor hat seinen Minuspol an der Achse, welche in den Getriebeblock eingesetzt wird beim Einbau. Im ausgebauten Zustand kannst Du zwar mit dem Minuspol der Batterie direkt vorn an die Achse des Anlassers gehen, aber dann holpert sie nur im Zeugs rum, weil sie nicht sauber gelagert ist und im Innern des Anlassers dessen Wicklungen am Gehäuse streifen.
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Re: Anlasser Problem

Beitragvon Gerhard Meier » Sa Mai 07, 2016 9:30 am

Ich hatte - bei 12 V- das gleiche Problem . Obwohl die Batterie noch eine Spannung von 12,1 V hatte, ging der Anlasser zu Saisonbeginn erst nach 10x klacken. Neue Batterie - Problem behoben.

Einfacher Test: Batterie volladen, wenn er dann nicht funzt, anderes Problem .

Philipp Reuter
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Re: Anlasser Problem

Beitragvon Philipp Reuter » Do Mai 19, 2016 8:28 am

Vielen Dank für die Antworten, speziell an Stephan, tolle ausführliche Antwort!

Habe jetzt eine neue Batterie drin, die Alte war eh nicht mehr so fit.

Überholten Anlasser eingebaut -> leider tut sich nach wie vor nichts.

Lämpchen im Tacho werden beim Startvorgang dunkler. An Klemme 50 am Anlasser messe ich beim Startvorgang nur 2,5 Volt. Wenn ich das Kabel abziehe und starte, kommen 6,3 Volt an. Hab leider keine Strommesszange um den Strom zu messen :/

Also Anlasser wieder raus.

Im ausgebauten Zustand mit der neuen 6 Volt Batterie getestet -> der Magnetschalter rückt nur nach dem Zufallsprinzip aus und auch nur wenn ich an der Welle herumwackel kommt er vor, Anlasser dreht aber nicht.

Mit einer 12 Volt Batterie kommt zumindest der Magnetschalter direkt vor, drehen will er aber nicht.

Dachte erst dass er mangels Führung im ausgebauten Zustand intern einen Kurzschluss macht aber mit der 12 Volt Batterie fährt ja zumindest der Magnetschalter aus...

Bin etwas verzweifelt :( :( :(

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Re: Anlasser Problem

Beitragvon Rolf Stein » Do Mai 19, 2016 9:23 am

Der Anlasser kann nur in einem Getriebe geprüft werden ! wegen der FÜHRUNG .

Rolf
Karmann- Servicestation. [/img][/url]
https://plus.google.com/photos/10848987 ... 9527174993

]Einen Karmann Ghia besitzen oder daran arbeiten ist besser als ein Therapeut !

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Re: Anlasser Problem

Beitragvon Stephan Knecht » Do Mai 19, 2016 3:29 pm

Mit neuer Batterie und überholtem Anlasser bleiben nicht mehr so viele Möglichkeiten übrig. Möglich:
- (sehr wahrscheinlich) Zündschloss! Versuch mal, die Klemme die zum Magnetschalter führt, am Zündschloss abzuziehen und wie im Krimi-Film zum Überbrücken kurzfristig direkt auf Batterieplus zu legen (hast Du ja unmittelbar daneben, diese Klemme). Natürlich vorher Zündung einschalten. Zündung nach dem Versuch bald mal wieder ausschalten, sonst könnte die Zündspule im dümmsten Fall durchbrennen, je nach Unterbrecherstellung.
- Batterie wirklich geladen (da neu)?
- Kontaktproblem an der Messinghülse, in der die Anlasser-Welle dreht? Hast Du die Hülse gewechselt? Ein 2 Euro-Teil, aber wichtig.
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