Anschluss Batterieladegerät

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Gerd Grebbin
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Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Gerd Grebbin » Do Okt 15, 2009 6:36 pm

Hallo miteinander,

ich habe mal eine Frage an die Elektrik-Spezialisten.

Um die Handhabung meines Batterie-Ladegerätes zu vereinfachen, möchte ich einen passenden Stecker dranmachen und diesen an die Bordsteckdose anschließen. Das Gerät hat max. 350 mA (zur Ladeerhaltung).

Bestehen Bedenken dagegen? Natürlich muss ich auf die richtige Polung achten (plus an Mittenkontakt) und darauf, dass die Steckdose unabhängig von der Zündung ist. :)

Gruß - Gerd
Typ 34 "Carlos"

Andreas Bergbauer
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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Andreas Bergbauer » Do Okt 15, 2009 7:24 pm

Hallo Gerd,

das kann ich auch als "14er", aber als Elektroniker beantworten...

Ein modernes, intelligentes Ladegerät zur Ladungserhaltung misst das Verhalten (Spannungsverlauf) des Akkus nach speziellen Ladeimpulsen, um damit beurteilen zu können, wie voll der Akku ist.
Ob das mit den Leitungslängen von der Steckdose zum Akku noch funktioniert (Impedanzen und Kaüpazitäten der Kabel, Spannungsabfall etc) ?
Ich wäre mir da nicht so sicher.

Lade die Batterie einfach voll und klemme sie über den Winter ab. Das hält locker bis zum Frühjahr, vorausgesetzt, der Akku ist in gutem Zustand.

Kaputt machen kannst Du jedenfalls nichts, aber wenn der Akku nach ein paar Tagen zu gasen beginnt, wir der überladen, also evtl. kontrollieren (hören).

Die Messimpulse selber dürften der primitiven Bordelektrik hingegen nichts ausmachen.

Probiere es aus, das Ergebnis würde mich auch interessieren.


Viele Grüße

Andreas

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Gerd Grebbin
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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Gerd Grebbin » Fr Okt 16, 2009 5:12 pm

Hallo Andreas,

vielen Dank für die kompetente Antwort. So ein schlaues Automatik-Ladegerät habe ich, aber ich hatte keine Ahnung, wie es funktioniert.

Das mit den Leitungslängen leuchtet mir ein, auch das Risiko der gasenden Batterie, wenn denn das Gerät nicht herunterregelt. Ich werde dann wohl eine zweckgebundene Steckdose (habe noch eine rumliegen) direkt in Batterienähe montieren. Fliegende Sicherung kommt noch dazwischen, dann müsste eigentlich alles klar sein.

Beste Grüße - Gerd
Typ 34 "Carlos"

peter bratanow
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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon peter bratanow » Fr Okt 16, 2009 11:14 pm

Hallo Gerd,

Vorsicht beim Batterienaufladen im Fahrzeug!!!
Ich kenne Karmannfahrer, bei denen hat es böse geändet! :roll: :|
Ich möchte hier aber jetzt keineswegs Öl ins Feuer gießen.


Luftgekühlte Grüsse aus dem Hohenlohischen
Peter

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Ingo Schwendtke
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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Ingo Schwendtke » Sa Okt 17, 2009 12:47 pm

Das hängt eigentlich nur vom Ladegerät ab.
Wenn dieses die Ausgangsspannung bei 13.8-14V begrenzt kann die Batterie unter
normalen Bedingungen weder Gasen noch überladen werden. Dies ist die Ladeschlußspannung ab
der von der Batterie keine weitere Ladung aufgenommen wird.
Im übrigen macht der Laderegler der Lichtmaschine nichts anderes.
Dieser lädt die Batterie ja auch im Fahrzeug - und begrenzt die Spannung bei 14V.
Bei einem Ladegrät mit konstant geregelter Ausgangsspannung spielt auch die Leitungslänge zur
Batterie keine Rolle.
Ich nutze hierzu gar kein "Ladegerät" sondern ein geregeltes Netzgerät mit einstellbarer Ausgangsspannung
(13.8V) und Strombegrenzung.

Gruß Ingo

Andreas Bergbauer
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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Andreas Bergbauer » Sa Okt 17, 2009 8:53 pm

Hallo Ingo,

ich selber benutze ja auch ein geregeltes Labornetztgerät zum Batterieladen...aber das "pulst" eben nicht, Gerd hatte ein Ladeerhaltungs-Gerät erwähnt, das misst, wenn es ein vernünftiges Exemplar ist, per Ladepuls die Reaktion der Batterie.

"Bei einem Ladegrät mit konstant geregelter Ausgangsspannung spielt auch die Leitungslänge zur
Batterie keine Rolle."


Aber nur ohne fließenden Strom...

Auf der anderen Seite: ich habe noch NIE über die Winterpause eine leere Batterie gehabt...und das ohne Ladegerät.

Trotzdem, 14,4 V Ladeschlusspannung kann bei einer alten Batterie, die die Schlusspannung nicht mehr erreicht, zum kompletten Überkochen der Batterie führen...das ist im Fahrbetrieb schon ärgerlich, aber in der Garage bei undurchlüftetem Motor- oder Innenraum dort Knallgas zu produzieren...heidadei...
dann schon eher das Labornetzteil bei 13,8 V.

Ich würde das Laden über den Winter einfach sein lassen....

Grüße

Andreas

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Wolfgang Klinkert
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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Wolfgang Klinkert » So Okt 18, 2009 9:38 am

Andreas Bergbauer hat geschrieben:... Ich würde das Laden über den Winter einfach sein lassen....

Hallo Andreas,

gutes Fazit. :) Ich halte davon nämlich auch nix. :?
Allerdings fahre ich bekanntermaßen auch regelmäßig ganzjährig, wenn das Wetter paßt... :wink:
Bild
VW KARMANN GHIA - einer der schönsten Wagen der Welt.
Mehr Informationen unter : http://www.wolfgangklinkert.de.tl

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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Tobias Ebner » So Okt 18, 2009 12:55 pm

Moin!
Also ich nehme meine Batterie zum Laden grundsätzlich aus dem Karmann raus. Frag mal den Jörg Fischer, weshalb er bei der Stoffnachfertigungsaktion in USA zuschlagen mußte (!), nachdem die Baterie in seinem 34er mit originaler Innenausstattung hochgegangen ist...
Natürlich kann das auch beim Laden mit der Lima passieren, aber ich minimiere das Risiko wo es nur geht, und in der Garage bin ich nicht die ganze Zeit beim Laden dabei...

Gruß Tobias
akakraft-darmstadt.de

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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Gerd Grebbin » Mo Okt 19, 2009 7:05 pm

Hallo Freunde,

vielen Dank für die zahlreichen Beiträge zu dem Thema. Ist doch ganz interessant, die verschiedenen Erfahrungen und Meinungen zu hören.

Anlass zu meiner Frage war eigentlich nicht die Absicht, den Wagen über die Wintermonate mit angeschlossenem Ladeerhaltungsgerät in der Garage zu lassen. Im 1. Jahr hatte ich die Batterie ausgebaut und im Keller drangehängt, war kein Problem bei max. 350 mA und Überwachungselektronik.

Aber neulich hatte ich mal das Licht brennen lassen und fand das Auto mit komplett leeerem Akku vor. Also das Ladegerät dran, und nach 2 Tagen lebte er wieder. Und da - und für derartige Aktionen - hatte ich die Idee mit der Steckdose. Ich muss dazu erwähnen, dass die Batterie beim 34-er unter der Rückbank sitzt und nicht so frei zugänglich wie im 14-er.

Im Prinzip halte ich es so wie die meisten hier: Auto bleibt angemeldet, wird bei schönem Wetter bewegt, und gut ist.
Trotz allem - ich habe wieder was gelernt, dazu danke! Und mich an früher erinnert: da musste man beim Laden der Batterie die Stöpsel der einzelnen Zellen öffnen, um den Überdruck durch das Gasen rauszulassen- Die Ladegeräte hatten ziemlich hohe Leistung und waren nicht geregelt ...

Beste Grüße - Gerd
Typ 34 "Carlos"

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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Andreas Bergbauer » Mo Okt 19, 2009 9:05 pm

Hallo Gerd,

dazu fällt mir noch ein, dass ALLE einfacheren Ladegeräte, die eine gleichgerichtete Spannung liefern, die zwar nicht geregelt ist, aber durch die Dimensionierung des Trafos fest ist, die Batterien überladen, wenn die Ladegeräte noch für 220 Volt gebaut sind...
Hier eher "Hände weg" bei Teilemärkten...

Mit 350 mA lädt man aber ganz schän lange hin...

Grüße

Andreas

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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Lutz Lenhart » Sa Mär 20, 2010 9:37 am

Andreas Bergbauer hat geschrieben:Trotzdem, 14,4 V Ladeschlusspannung kann bei einer alten Batterie, die die Schlusspannung nicht mehr erreicht, zum kompletten Überkochen der Batterie führen


Da kann man nur sagen: Was lange gärt wird endlich Glut :mrgreen:

Aber Spaß beiseite. Aus rein ästhetischen Gründen lade ich meine Batterie mit einem Original-Ladegerät von 1972 (Erbstück).
Dazu baue ich die Batterie aus. Und da ich sowieso öfter mal den "Willi" in der Garage besuche, hänge ich die Batterie
bei abgeschraubten Verschlüssen alle 8 Wochen mal eine Weile ans Museums-Ladegerät. Also ganz nach "Urväter Sitte".
Ist natürlich garkeine High-Tech-Lösung (und irgendwie auch etwas Zeitverschwendung), macht mir persönlich aber gute Laune...
Bild Willy! Der Mehr-Demokratie-Wagen!

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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Rolf-Stephan Badura » Sa Mär 20, 2010 11:26 am

Hallo zusammen,

hmm... meine Prinzessin kann ich 3-4 Monate stehen lassen und die Batterie geht nicht in die Knie...

Vielleicht noch mal überprüfen, ob Eure Elektrik in Ordnung ist, bevor wilde Ladeorgien initiiert werden :wink:
Habt ihr irgendwelche Kriechströme, den Kupferwurm zu Gast oder Dauerstromfresser an Bord?
Kann man recht schnell durchmessen - alle aus - vorher Uhr abziehen -
Amperemeter zwischen ein Kabel der Batterie - dann sollten 0.000 Ampere fließen...
(ob man richtig gemessen hat, kann man mit geöffneter Tür und Innenraumleuchte schnell gegentesten)

Die Uhr hatte ich die letzte Jahre auch drin und machte keine Probleme.
Es soll aber verharzte Uhren geben, die zum Stromfresser werden.
(Bei mir jetzt aber ersetzt durch das Ölthermometer)


Batterieladegeräte werden an die Batterie direkt angeschlossen -
nicht an dünne Kabel vorne auch mit Sicherungen und damit Widerstände,
die auch die Messelektronik der Ladegeräte nicht berücksichtigen können.
Sollte aber im Karmann auch kein Drama sein, es so zu machen, da keine wilde Bordelektronik schaden nehmen kann.
Empfehlen würde ich es pauschal aber nicht.

Laden von Batterien im geschlossenen Auto - unser Karmann hat zur Batterie nur die Lüftungsschlitze auf der Motorhaube -
halte ich für riskant bei der möglichen Gasbildung (Knallgas) beim Ladevorgang.
(moderne geschlossene Batterien versuchen dies zur Reduzieren, aber haben Sicherheitsventile z.B. bei Überladung).

Grüße,

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Re: Anschluss Batterieladegerät

Beitragvon Wolfgang Klinkert » Sa Mär 20, 2010 2:44 pm

Rolf-Stephan Badura hat geschrieben:... meine Prinzessin kann ich 3-4 Monate stehen lassen und die Batterie geht nicht in die Knie...

Das kann ich nach den lang anhaltenden "Zwangs-Pausen" des diesjährigen Dauer-Winters bestätigen. 8)

Nach der letzten Fahrt im Jahr 2009 Anfang November war meine erste Fahrt in diesem Jahr am 20.01. und dann erst wieder am 19.03. (also gestern :roll: ).
Es gab keinerlei Probleme beim Starten. :D
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