Achtung Satire

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Michael Bär
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Achtung Satire

Beitrag von Michael Bär » Do Mär 01, 2007 7:48 pm

unser Pago-Treff-Mitglied Uli aus S. meinte heute folgendes:



Achtung!!! Satire
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Wie macht man ein Gesetz?

Eine Tragödie in einem (Verwaltungs)-Akt

Das beherrschende Thema im Sommer 2006 waren die 'No-Go-Areas', Gebiete, die von Menschen anderer Ethnien gemieden werden sollten.

Aus Brüssel kommt die Vorgabe, dieses Problem umgehend zu beseitigen.

Es trifft sich gut, dass unsere Regierungskoalition aus OPD (Opportunististische Partei Deutschlands) und WNGJ (Wir nehmen Geld von Jedem) dringend einen innenpolitischen Erfolg nachweisen muss. Es mehren sich Stimmen, die der Regierung Untätigkeit und Inkompetenz vorwerfen.

Das Thema 'rechtsradikale Gewalttaten' bekommt hohe Priorität.

Für die Gesetzesinitiative wird das Innenministerium verantwortlich zeichnen und sucht nun in den eigenen Reihen nach einem kompetenten Ministerialbeamten.

Leider, leider ist auf die Schnelle niemand greifbar – Kongresse, Weiterbildungen, Nebentätigkeiten und Krankenstand dezimieren den Pool an potenziellen Kandidaten dramatisch. Präzise genommen auf eine Person, die Assessorin mit dem selbst verschuldeten Doppelnamen, Frau Anna-Maria Madeleine Dummbeutel-Blödheimer.

'Sehr verehrte Frau Dummbeutel-Blödheimer, sehen Sie sich in der Lage, diese Initiative von staatserhaltender Wichtigkeit vollumfänglich und umfassend voranzutreiben?' fragt der Innenminister Dr. Wilfried Raff, WNGJ. 'Denken Sie mal daran, was das für Ihre Karriere bedeuten könnte!'.

Frau Dummbeutel-Blödheimer, unbelastet von jeglicher Lebenserfahrung, sieht die Chance ihres Lebens. Forsch und ohne jedes Zittern in der Stimme ruft sie: 'Selbstverständlich Herr Dr. Raff, Sie können sich voll und ganz auf mich verlassen'.

Da sitzt sie nun, unsere etwas verhuschte Assessorin mit Karriereambitionen und denkt angestrengt über die Lösung des Problems nach. In einem Seminar der Verwaltungsfachschule für gehobene Laufbahnen hat sie gelernt, dass vor jeder Maßnahme ausgiebige Fach-Recherchen unbedingt erforderlich sind.

Wer könnte hierzu besser geeignet sein als ihre beste (da einzige) Freundin Illona, Lehramtsstudentin in Fachrichtung Handarbeit und Religion im 27. Semester?

Gerade in Beziehungsfragen hat sich Illona (mit zwei ll, bitte) als unverzichtbare Ratgeberin profiliert. Eben weil es kein Mann länger als 5 Minuten in ihrer Nähe aushält, sind ihre Ratschläge von unbestechlicher Neutralität und haben Frau Dummbeutel-Blödheimer zur unverzüglichen Scheidung verholfen.

Das im Terminkalender von Frau Dummbeutel-Blödheimer eingetragene 'Meeting mit Findungskommission', findet im Studentenwohnheimzimmer von Illona statt.

Wichtigster Punkt der Tagesordnung ist 'Schaffung einer Basis zur Erhebung relevanter Daten'. Konkret ist darunter zu verstehen, dass Illona in ihrem zugemüllten Zimmer Platz für Frau Dummbeutel-Blödheimer, eine Kanne grünen Tee, zwei Tassen und eine Packung Dinkelmehl-Kekse schafft.

Hierzu müssen die Plakatentwürfe der Kampagne 'Raucher sind Mörder – lebenslänglich für Raucher' zur Seite geräumt werden – große Aufgaben fordern eben adäquate Maßnahmen.

Nach mehreren Stunden stummen Gegenübersitzens wird der Brainstormingprozess abgebrochen und durch die Assoziationstechnik ersetzt. Illona dreht einen Joint.
Nebenbemerkung: Ein Joint widerspricht nicht der Antiraucherkampagne, denn.... das ist eben was vollkommen anderes.

Frau Dummbeutel-Blödheimer bittet ausdrücklich um Aufnahme ins Protokoll – sie habe nur gezogen, nicht inhaliert.

Die, mithilfe des fernöstlichen Handelsgutes hoher Qualität, einstürmenden Assoziationen sorgen für den Durchbruch – ein Knaller von noch nie da gewesener Brillanz.

'SKINHEADS!!!' schreit Frau Dummbeutel-Blödheimer.

Nachdem eine Recherche im Pons Großwörterbuch für Experten und Universität Englisch-Deutsch, Deutsch Englisch unter 'skinhead' nur 'skinhead' ergibt, wird der wissenschaftliche Beirat erweitert. So schallt es über den Flur: 'Franziska! Was heißt denn Skinhead'. In gleicher Lautstärke ruft es 'Glatze' zurück.

Eine generelle 24stündige Ausgangssperre für Männer mit kahlem Kopf vereitelt rechtsradikale Gewalttaten ein für alle Mal.

Die wissenschaftliche Formel mit keiner Unbekannten lautet:

f(x) Nazis sind Skinheads = alle Skinheads sind Glatzköpfe = alle Kahlköpfigen sind Nazis

Diese eingängige Formel und das daraus abgeleitete Ausgehverbot übertrifft die Erwartungen von Herrn Dr. Raff bei weitem.

Nun erscheint es wichtig, Ausnahmen zu definieren. Regierungsmitglieder, Parteifunktionäre, Kommunalpolitiker, Beamte und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst (gehobene Laufbahn) sind ausgenommen – es wäre ja noch schöner, wenn die eigenen Gesetze auf einen selbst angewendet würden.

Ein kurzer Blick in die Lobby-Liste des Deutschen Bundestages und das letztjährige Spenden-Volumen (die schwarze Kasse in Liechtenstein nicht zu vergessen) sorgt für Erleichterung. Der Verband medizinischer Haartranplantateure ist seiner gesellschaftlichen Verpflichtung nachgekommen – und dies sogar außerordentlich großzügig.

Außer den oben genannten Ausnahmen werden keine weiteren Sonderregelungen zugelassen, denn jedem genetisch bedingt Haarlosen steht der Weg zu kostenpflichtigen Eigenhaartransplantationen offen. Über einen Zuschuss der Krankenkassen in Höhe von 330 Euro wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

In einem Koalitionsgespräch tauchen leichte Zweifel an der Wirksamkeit der Gesetzesinitiative auf. Die Generalsekretäre der beiden Regierungsparteien ziehen sich in Klausur zurück und treten nach heftiger Debatte mit einem Kompromissvorschlag vor die Presse. Die Verordnung wird in folgendem Umfang erweitert: Männer mit Stirnglatze und Geheimratsecken (tiefer als 15 cm) fallen ebenfalls unter die Verordnung. Im Jahr 2010 greift die 2. Stufe, in der auch Männer mit Stoppelfrisuren unter Hausarrest gestellt werden.

Gleichzeitig wird die Presse mit Hintergrundinformationen versorgt. Selbst DIE Instanz im kritischen Journalismus DER REFLEKTOR (Achtung Allegorie, wer's rausbekommt, kriegt in Ornbau ein Bier) titelt mit 'Glatzköpfe raus aus unseren Städten'.

Opa Kowalski greift zum letzten Mittel in einer Demokratie, er schreibt eine Petition an den Deutschen Bundestag.
Begründung:
1) Opa Kowalski ist seit 1929 ununterbrochen Sozialdemokrat
2) Er war nachgewiesener Maßen aktiver Widerstandskämfer
3) Er ist mit seiner schmalen Rente nicht in der Lage eine Haartransplantation zu finanzieren
4) Könnten die ihm aus Nase und Ohren wachsenden Haare nicht dem Haupthaar zugerechnet werden?

Den abschließenden Bescheid des Petitionsausschusses - 'Für das Gemeinwohl müssen Einzelinteressen zurückstehen' - hat Opa Kowalski leider nicht mehr erlebt.

Alle beteiligen Personen sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten zur Feinstaubverordnung sind/wären zufällig.

Gruß

Uli aus S



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Michael
Karmann Ghia - der Italiener unter den Volkswagen
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