Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Für den Neuling
Peter Völker
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Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Peter Völker » Di Apr 09, 2013 2:31 pm

Hallo Liebes Forum,
ich möchte mich erstmal kurz vorstellen:
Seit einiger Zeit bin ich von Karman Ghia Virus befallen ( ich frag mich auch schon ob sich die „Midlife Crisis“ so äußert?), ich dachte die die ganze Zeit das wäre heilbar bzw. ich könnte das selbst therapieren. Doch weit gefehlt - es wurde immer schlimmer und deshalb muss ich jetzt mal an euch wenden - das ist doch so eine Art Selbsthilfegruppe hier - oder? :wink:

Ich habe die Tage das folgende Auto gefunden und hatte auch schon Kontakt mit dem Besitzer und ich bin kurz davor zu sagen: ja ich will!

Hier ein paar Details zum Fahrzeug:

Baujahr 1974, bis 2005 in Kalifornien seit 2005 in Florida
Unfallfrei
Rostfrei, alle befallenen Blechteile wurden entweder überarbeitet oder ausgetauscht.
2,3L Typ 4 Motor mit 155PS und 4-Gang Getriebe von Aircooled Technologies
Edelstahlausauspuff von Ahnendorp, Heizung nicht mehr vorhanden.
Porsche 944 Bremsanlage
5 x Fuchs Felge 6x16 poliert
4000km seit der Restaurierung
Der Besitzer hat 37.000.-€ in das Fahrzeug gesteckt.

Allerdings gibt es noch ein paar Punkte bei denen ich mir unsicher bin.
Das soll sich jetzt auch nicht zu einer Diskussion über Originalität entwickeln.
Mir gefällt der halt so wie er da steht (obwohl ich bei der Innenausstattung noch ein wenig Handlungsbedarf sehe).

Meine Frage an euch wäre jetzt: hat schon mal jemand von euch so ein Fahrzeug mit solchen technischen Änderungen aus den USA geholt und hier zugelassen, oder hat jemand von euch solche Änderungen hier durchgeführt und getüvt?

Das wäre ja der Supergau wenn ich das Auto kaufen würde und dann hier nicht zugelassen bekäme.

Wie viel würdet Ihr, anhand der Infos die ich habe, als realistischen Preis ansehen?
Ich bin froh über jede Meinung dazu!

Gruß
Peter

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Jörn Beutel » Di Apr 09, 2013 3:39 pm

Hallo,

ich denke Du wirst Probleme bei der Zulassung bekommen. Unbedingt mit dem TÜV (Dekra, KÖS oder wie sie alle heissen) vorher abklären!
Keine Heizung ist glaube ich schon mal ein KO Kriterium. Aber ich bin alles andere als ein Experte! Also vorher fragen. Am besten Termin machen und persönlich vorbeigehen. Gehe zu min. 2 der o.g. Organisationen. Dann hast Du schon mal eine Wasserstandsmeldung.
Viele Grüße

Jörn

Andreas Bergbauer
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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Andreas Bergbauer » Di Apr 09, 2013 4:21 pm

Wegen der umfangreichen Umbauten habe ich auch Bedenken, dass das so einfach "durchgeht", wenn Teile ohne hiesig gültige Gutachten verbeut wurden, schaut es schon düster aus, da genügt schon ein Tieferlegungs-Achsschenkel.
H-Kennzeichen dürfte auch schwer werden, aber hier hat man schon Pferde kotzen sehen, will sagen, manche bekommen jeden renner H zugelassen.

Zum Auto selber: Eine lackierte Karosse ist kein beweis für sauber ausgeführte Blecharbeiten, schon gar nicht aus den USA, Florida ist wegen des feuchten Klimas rosttechnisch nicht besser als Deutschland.
Immerhin ist der Wagen dort schon 8 Jahre lang, wie alt sind die Bilder??
Was mich an der Sauberkeit der Arbeiten zweifeln lässt, ist der überlackierte Dichtungsgummi des Tankstutzens und das verbeulte Abschlussblech über dem Auspuff.

Ich würde nie und nimmer ein Auto lediglich von Fotos beflügelt kaufen.
Die Reinfallquote ist ja doch beachtlich.

Da ich mal schätze, dass der Wagen jenseits der 20000 kosten soll, müsste eine Reise nach Florida zur Begutachtung schon mit drin sein.

Peter Völker
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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Peter Völker » Di Apr 09, 2013 5:04 pm

Danke schon mal für eure Antworten.

@Andreas
Eine H-Zulassung hab ich mir eigentlich schon von Anfang abgeschminkt.
Ich hatte eben ein Telefonat mit dem TÜV Menschen meines Vertrauens :lol:
Der meinte: in Hessen würde das Auto in keinem Fall abgenommen werden. Er persönlich sieht auch eine Leistung von mehr als 100 PS kritisch für das Chassis.
Er sagte aber auch dass es fast immer "einen Weg" gibt. Ich werde die Woche noch mal zum TÜV Rheinland fahren und bei denen vorsprechen.

Danke für den Hinweis mit dem Tankstutzen.
Die Bilder sind angeblich aktuell.

Wie bewertet ihr die Befestigung vom Stabilisator - ist das State of Art oder Bastelbude?

Gruß
Peter

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Rolf-Stephan Badura » Di Apr 09, 2013 6:08 pm

Hallo,

das rote Polyurethan Zeugs hat sich in mehren Fällen bei anderen Verwendungszwecken (z.B. Hardyscheibe, Schaltstangenkupplungen) als zu fest und schnell rissig herausgestellt... soweit ich dies im Foren verfolgt habe... würde das Zeug unter Beobachtung halten.

Ansonsten: Stabis sind so eine Sache - das muss alles zueinander passen, sonst wird das auch mal schlechter als Serienausstattung.
Ob man vorne noch untersteuerndes Verhalten verstärken muss beim Karmann - sehe ich skeptisch. Aber jeder wie er will. :wink:

Bei Amis sieht man häufiger zweifelhafte Lösungen ohne Sachverstand und ohne technische Prüfung (wie TÜV)...
such Dir technischen Beistand aus der luftgekühlten Szene, damit Du danach nicht auf einer der vielen Ami-Pfusch-Kisten sitzen bleibst.
Und lass Dich nicht von dem vielen Bling-bling täuschen, sondern frag nach inneren Werten - was wurde von welchem Hersteller verbaut.
Und gibt es ein Prüfstand-Protokoll von den 155 PS - sind das virtuelle SAE-PS oder echte Pferdchen and der Achse :wink:

Grüße,

Andreas Bergbauer
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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Andreas Bergbauer » Di Apr 09, 2013 10:40 pm

Als erstes wird der Wagen hier auf den Leistungsprüfstand müssen.
Erst danach, wenn die wirklichen PS feststehen, wird weiter entschieden, ob das modifizierte Fahrwerk für die Motorleistung ausreicht.
Scheibenbremsen hinten sind da schon Pflicht,ist nicht erkennbar, ob die verbaut wurden.
Dazu kommt, wie schon gesagt, dass alle verbauten Teile hierzulande eine Zulassung haben müssen oder irgend ein Gutachten aufgetrieben wird, in dem ein Prüfer die entsprechende Eintragung gemacht hat.
An sich sehe ich bei entsprechendem Fahrwerk für 150 PS kein großes Problem, realistisch werden es wohl um die 100-120 echte PS sein, das ist mit Sicherheit eintragbar.

Die Recaro-Sitze mit elekrtischer Verstellung: Funktioniert die Verstellung wenigstens?

Das Chassi schaut mir nach "schnell schwarz geduscht" aus, nicht mal der Handbremshebel oder der Schalthebel wurde dazu abgebaut.

Hier muss ich Rolf-Stephan Recht geben: In USA wird oft ohne viel Sachverstand und Abstimmung der Komponenten aufeinander ein Showcar zusammengeschustert.
Man muss es ja nicht unbedingt so akademisch wie hierzulande angehen, aber gerade auch beim Blech nimmt man es drüben nicht so genau.

Da Bilder VOR der Lackierung fehlen, wäre ich hier sehr, sehr vorsichtig...

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Ralf Fiegenbaum » Mi Apr 10, 2013 9:59 am

Hallo !
Die vorderen Bremszangen sind zwar nicht ganz deutlich zu erkennen , aber ich würde mal behaupten das es keine 944er Schwimmsattelzangen sind !
Die Porsche Bremse passt auch nicht so ohne weiteres an einen org. Achsschenkel , dazu bedarf es einen Adapter oder umgeschweissten Achsschenkel .
Und an einem Tieferlegungsachsschenkel passt ein Adapter überhaut nicht !

Viel Erfolg !

Gruß,Ralf
FLEISCH IST MEIN GEMÜSE !!!

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Jörn Beutel » Mi Apr 10, 2013 10:57 am

Hi,

gerade nochmal die Bilder angesehen: Die Sitze sind übrigens auch aus einem 944er ...

Also, dieses Auto bekommst Du in D nur mit wesentlichen Mühen und Kosten (wenn überhaupt) zugelassen.
Ein ordentlicher 944er ist wesentlich günstiger.
Ein ordentlicher ab 71er Karmann auch.
Viele Grüße

Jörn

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Peter Völker » Mi Apr 10, 2013 6:00 pm

Tja so nach und nach weicht die erste Euphorie der Ernüchterung. :cry:
Ich habe dem Besitzer jetzt noch mal geschrieben und meine und auch eure Bedenken und Anmerkungen mitgeteilt.
Mal sehen was er jetzt schickt.

Und was den Preis angeht, ich müsste für den Ghia 18.000.-$ also etwa 13.800.-€ ( Verhandlungsbasis ) bezahlen. Das wären dann am Ende auch fast 20.000.-€ bis er hier zugelassen ist ( wenn alles ohne Probleme über die Bühne gehen würde ).

Gruß
Peter

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Wolfgang Klinkert » Mi Apr 10, 2013 7:15 pm

Hallo Peter,

Peter Völker hat geschrieben:Tja so nach und nach weicht die erste Euphorie der Ernüchterung. :cry:

das hat schon fast jeder von uns ähnlich erlebt. :|

Peter Völker hat geschrieben:... Und was den Preis angeht, ich müsste für den Ghia 18.000.-$ also etwa 13.800.-€ ( Verhandlungsbasis ) bezahlen. Das wären dann am Ende auch fast 20.000.-€ bis er hier zugelassen ist ( wenn alles ohne Probleme über die Bühne gehen würde ). ...

Ich denke, dass man für diesen Betrag - mit ein wenig Geduld :wink: - auch in Deutschland einen vergleichbaren Karmann Ghia bekommen kann, der deinen Vorstellungen entspricht und bereits die TÜV-Zulassung hinter sich hat. :)

Kommt Zeit - kommt Karmann Ghia. :gut: Bei mir hat die Suche nach einem guten Exemplar allerdings fast drei Jahre gedauert. :P
Bild
VW KARMANN GHIA - einer der schönsten Wagen der Welt.
Mehr Informationen unter : http://www.wolfgangklinkert.de.tl

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Andreas Ostermeir » Mi Apr 10, 2013 9:47 pm

Der Karmann von Jürgen Heinrich ist doch zum Verkauf ausgeschrieben. Tolle Basis für deinen Träume.

Grüsse Osti

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Andreas Dierkes » Do Apr 11, 2013 10:51 am

Das 72er Coupé von Dominik K. macht ebenfalls einen guten Eindruck.
Und der Preis ist auch interessant:
viewtopic.php?f=40&t=7508
Es ist eagl was man siecrbht, Hsaphcutae bei jdeem Wrot simtmt der Afanngs- und der Ednbscuhtabe, jeedr knan dnan das Ghicesresbel lseen. Das ist enie Tsactahe und brueht auf eneir Uvniersitätsfruoshcng.

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Wolf Kurz » Do Apr 11, 2013 1:06 pm

Ich würde den Lowie von Udo D. kaufen und aus dem nen Sporti machen. Kotflügel rausziehen, tiefer, cleanen usw. :versteck: :nighty: ( besser schnell verduften)
Ende gut, alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht zu Ende.
(Frei nach William Shakespeare)

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Wolf Kurz » Do Apr 11, 2013 1:17 pm

Ja, hatte ich vergessen. Müssen noch Löcher in die Bodenplatten gebohrt werden, um das Wasser abzulassen. Und dann trocknen. Kosten für den andauernden Stromverbrauch des Trockners aber gleich beim Kaufpreis abziehen.
Ende gut, alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht zu Ende.
(Frei nach William Shakespeare)

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Re: Ein 14er mit Typ 4 Motor aus USA

Beitragvon Andreas Bergbauer » Do Apr 11, 2013 2:25 pm

Michael Mösinger hat geschrieben:
Wolf Kurz hat geschrieben:Ich würde den Lowie von Udo D. kaufen und aus dem nen Sporti machen. Kotflügel rausziehen, tiefer, cleanen usw. :versteck: :nighty: ( besser schnell verduften)

und natürlich vorher austrocknen :mrgreen:


Ich muss mal das Bild, dass ich von Udos Lowlight geschossen habe, in Erinnerung bringen, hier genügt das popelige Trocknungsgerät nicht, hier muss man vor allem mit dem Tierschutz zusammenarbeiten, das ist wie beim Wespennester beseitigen:
Hier braucht man die Feuerwehr!

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