Unterstützung beim KG Kauf

Für den Neuling
Christian Danz
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Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Christian Danz » So Okt 09, 2016 10:45 am

Hallo ich bin ein Neuling und wollte euch bitten mir Euren Rat/ Meinung zu schreiben.
Ich möchte meinen ersten KG kaufen. Da ich kein großer Bastler bin bzw. die Möglichkeiten nicht habe,
suche ich einen der recht gut erhalten ist.
Im Netz habe ich diese drei gefunden, die mich auf Grund der Farben/ Optik ansprechen.
Könnte mir mal jemand schreiben was er von denen hält und was jeweils realistische Preise wären.
Mein finanzieller Rahmen liegt so bei 15.000€.
GM 71er, silber, Osnabrück:
http://ww3.autoscout24.de/classified/29 ... asrc=st|as
GM 69er, creme, Gusterath-Tal:
http://ww3.autoscout24.de/classified/28 ... asrc=st|as
GM 67er, beige, Rodgau:
http://ww3.autoscout24.de/classified/29 ... asrc=st|as

Vielen Dank für Eure Unterstützung.

Gruß aus Nordhessen
Christian

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Jörn Beutel
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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Jörn Beutel » So Okt 09, 2016 1:12 pm

..ich würde mir zunächst mal den Ami GM 69er, creme, Gusterath-Tal: näher ansehen.. klingt interessant, black label, 60PS ist zu hinterfragen. Sonst sind mir die Fotos zu wenig aussagekräftig. Falls 1.Hand stimmt wäre das sehr schön. Sagt aber so noch nichts über Zustand oder Wert des Autos aus.
Viele Grüße

Jörn

Christian Danz
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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Christian Danz » So Okt 09, 2016 1:57 pm

Hey Jörn super vielen Danke für die schnelle Rückmeldung.
Gruß Christian

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Gerhard Meier
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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Gerhard Meier » So Okt 09, 2016 7:38 pm

Beim Silbernen ist entweder der Motorraum schwarz lackiert worden (wenn ja, warum?) oder der Wagen war schwarz und er wurde (außen) auf silber umlackiert.

Die 60 PS beim 69er passen, wie Jörn schon anspricht, nicht zur Beschreibung "original überholter Motor". Der 1500er Motor hatte original 44 PS . Doppelvergaser sehe ich auch nicht, welche den PS Schub zumindest teilweise äußerlich erklären könnten. Falsche PS Zahlen werden aber häufiger bei Fahrzeugen aus USA genannt, das sollte aber nicht kaufentscheidend sein. Die Frage ist, warum die Zierleisten auf der einen Seite so lieblos "abgerupft" wurden und nicht einmal fürs Bild einigermaßen gerichtet......Ohne Not macht man das nicht. Besonders diese Seite auf Schäden/Spachtel checken. TÜV/AU und H-Kennzeichen kosten, wenn nichts weiter zu machen ist, ca. 500,- €.

Der 67er hat noch nicht die Tankklappe aussen, d.h. der Tankverschluss liegt im Kofferraum vorne am Ersatzrad. Da schwappt, wenn man sich dusselig beim Rüsselhalten/-rausnehmen anstellt, auch schon mal ein bisschen daneben, und der Kofferaum müffelt nach Benzin. Und ich fürchte, der Unterboden ist mit schwarzem Unterboden"schutz" zugepampt. M.E. geht das bei dem Preis gar nicht (sollte lackiert sein und mit transparentem Wachs geschützt). Falls dem so ist, müssen Bilder vom Zustand vorher vorhanden sein. Falls nicht, muss man an verschiedenen Stellen freischaben, ganz besonders am Rahmenkopf - was der Verkäufer natürlich nicht will. Mit Teroson aus der Sprühdose habe ich Anfang der 70er Jahre Roststellen am Unterboden "geschützt". Geht schnell und sieht anfänglich gut aus, rostet darunter allerdings weiter.

Der 67er hat am Vergaser eine eigenartige flache Platte angeschraubt - die auch den Vergaser verdeckt - deren Zweck ich nicht kenne. Um den Handschuhkasten im Kofferraum ist noch eine Folie drum, sicher nicht dass kein Wasser ausläuft, ich mutmaße Schutz vor Farbnebel. Vermutlich neu lackiert, gibt es Fotos vorher/nachher? Falls nein, Lackschichtendicke messen besonders um die Lampentöpfe (Gerät kostet um 100 € im Netz).

Letztlich muss man aber jedes Fahrzeug vor Ort und auf der Bühne checken, um einen sichereren Eindruck zu gewinnen. Ich würde auch den 69 zuerst ansehen. Fachmann mitnehmen, wenn man sich selbst nicht mit Karmann auskennt ! Das wird sonst richtig teuer, wenn man einen Blender (Karosserie) einkauft. Und die Hinweise von Rolf-Stephan Badura auf dessen homepage lesen, da weiss man dann, wo man überall hinsehen muss !

Generell gilt:
1. das bessere Fahrzeug - am Besten ohne schwarzen Unterboden"schutz"! - ist der bessere Kauf
2. mindestens 10 % des Kaufpreises in Reserve haben für Überraschungen nach dem Kauf (bei ALLEN meinen Oldtimerkäufen, die Marken beliebig, auch bei neu-getüvten mit Gutachten und penibel inspizierten , gab es nach kurzer Zeit Unvorhergesehenes/Unvorhersehbares, die zwei mit schwarzem Unterbodenschutz hatten darunter Rost).

viel Erfolg

Christian Danz
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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Christian Danz » So Okt 09, 2016 8:19 pm

Hallo Gerhard auch dir erstmal ganz ganz herzlichen Dank für deine schnellen und guten Tipps.
Ich muss noch mal nachfragen wie ist deine Rangfolge? Favorisierst du den 67 oder den 69?
Wie finde ich evtl. einen Experten der sich meinen Favoriet mit mir ansehen würde?

Gruß Christian

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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Jörn Beutel » So Okt 09, 2016 8:39 pm

Christian, ich würde zunächst erst mal versuchen die Fragen zu klären zum 69er zB. , die Blinker vorn und hinten passen zB nicht zum angegebenen Baujahr. Zusammen mit den 60 PS, den Zierleisten kann man sich in einem Telefonat mit dem Verkäufer schon mal einen Eindruck verschaffen...
Viele Grüße

Jörn

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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Gerhard Meier » Mo Okt 10, 2016 2:26 am

Jörn, die Blinker/Rückleuchten können schon passen, i.d.R. erfolgt die Zulassung einige Monate nach der Herstellung, die Änderung der Leuchten erfolgte im August 1969. Der 69er ist mit 12/69 angegeben, das bezieht sich vermutlich auf die Zulassung, nach den Lampen ist er vor August 69 vom Band gelaufen. Ich glaube nicht, dass das jemand umpfriemelt, es sei denn, er schweisst ein neues Heck dran.

Hier kann man die Änderungen verfolgen:

http://www.vwoldtimerfreunde-kl.de/was- ... mann-ghia/

Christian, schau dir die Modelländerungen an und lege für dich fest, was dir wichtig ist. Ich persönlich würde grundsätzlich nach einem Modell ab 08/67 (Herstellung) suchen, ab da gibt es die Tanklappe aussen, in jedem Fall aber nicht vor 08/66, ab da gab es die Scheibenbremsen vorne. Bei den Trommelbremsen weiss man nie so genau, nach welcher Seite der Wagen beim Bremsen zieht. Und Kopfstützen halte ich für wichtig.

Als erstes ansehen würde ich mir den silbernen mit den großen Stoßstangen, die aber nicht jedermanns Geschmack sind. Hier liegen angeblich Rechnungen über eine umfangreiche Restauration vor, hat neu TÜV/AU und damit keine aufwändigen Zulassungskosten. In der Substanz scheint er nicht schlechter als die anderen, aber deutlich günstiger. Bleiben einige Tausend, um ihn besser zu machen, wenn nötig. Den PS nach ist es ein Ami und hat vielleicht schon die Schräglenkerhinterachse. Laut Anpreisung hat er keinen Rost, aber die Schweller sind unten längs dick gestrichen, wenn man die Vergrößerung bemüht, da muss Bildmaterial der Restauration her oder man muss sie evtl ersetzen. Zumindest die Sicken sind nicht verschwunden. In einem Kaufvertrag bei der Aussage "kein Rost " aufnehmen, dass das Fahrzeug keine Durchrostungen aufweist! Falls die spätere Inspektion dann doch (verdeckte) Durchrostungen zu Tage bringt = Nachbesserungsanspruch, da zugesicherte Eigenschaft.

Grüße
Gerhard

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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Andreas Bergbauer » Mo Okt 10, 2016 9:26 am

Den 67er hatten wir schon mal diskutiert.
Luftfilter passt nicht zum Auto und der Vergaser wurde mal von der amerikanischen Höhenausgleichsregelung zurückgerüstet.
Felgen passen nicht zum Baujahr
Stoßstangenhörner vorne falsch montiert usw.
Ich hatte damals gemeint, dass der Wagen ohne viel Sachkenntnis restauriert wurde.

Der69er scheint ein US-Import ohne jegliche Nacharbeiten zu sein, eine unter Umständen gute Ausgangsbasis für eine Restaurierung bzw. Instandsetzung, aber an dem Auto ist sicher noch einiges zu machen (da sind noch US-Scheinwerfer drin, die Scheibenwischerarme fehlen komplett z.B.), da US-Autos bekanntlicherweise so einige Überraschungen bereithalten können...hier ist alles möglich, aber ich würde hier bei Fremdvergabe der Arbeiten noch ca. 3-4000 EUR einplanen...

Der71er ist ebenfalls ein US-Auto, nicht restauriert, sondern aufgehübscht, aber auch ohne Detailliebe (Wischwasserbehälter fehlt, vordere Scheibendichtung ohne Zierleiste, VW-Zeichen vorne fehlt und Löcher sind zugespachtelt, Armaturenbrett dieses Baujahres hatte kein Holzimitat sondern einen schwarzen Überzug, die Außenspiegel stehen hoch, die Türen üpassen untenrum nicht, beige Türkeder bei schwarzer Innenausstattung, Türverkleidungen oghne Ablagetaschen....)

Ich persönlich würde mir den 69er ansehen, das ist das ehrliche, nicht aufgehübschte Auto dieser Auswahl und unter Umständen die beste Lösung, wenn die Basis stimmt (unfallfrei) und man noch etwas investiert.

Achja, und auch der 69er hat bereits eine Schräglenkerachse, diese wurde für den US-Markt bereits ab Ende des 68er Modelljares verbaut.

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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Christian Danz » Mo Okt 10, 2016 1:38 pm

Hallo an Alle,

ich bin echt erstaunt wie ihr das alles an Hand ein paar Fotos erkennt.
Dann werde ich mich wohl im ersten Schritt mal mit dem 69er beschäftigen.

Was haltet ihr von dem:
http://suchen.mobile.de/fahrzeuge/detai ... geNumber=2

Den hatte ich gestern noch gefunden. Abgesehen davon das er fast vor der Haustüre steht.

Gruß Christian

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Re: Unterstützung beim KG Kauf

Beitragvon Gerhard Meier » Mo Okt 10, 2016 2:48 pm

..wenn er vor der Haustür steht, auf jeden Fall anschauen, und wenn es nur zum Üben ist, um den Blick für Schwachpunkte zu schulen. Mir scheint der Beifahrerschweller im hinteren Bereich unten etwas aus dem Lot zu gehen, die Fahrerseite sieht gerade aus. Und sind das Flecken im Dachhimmel ? Ich bin mir auch fast sicher, dass leider auch hier Unterboden"schutz" aufgetragen wurde, sodass der tatsächliche Zustand verborgen bleibt. Zum Vergleich noch einer angeboten im "Urzustand". Scheint eine gute Basis zu sein.

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 4-216-9268

Uns so -oder schlimmer- kann es im übrigen am Unterboden aussehen, wenn die schwarze Pampe entfernt wurde. Nicht einmal der wirklich penible TÜV-prüfer hatte die Stellen unter der homogenen schwarzen Schicht entdeckt, das offenbarte sich erst beim Trockeneisstrahlen des Unterbodens.
Dateianhänge
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