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Historie

Es war die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders, als sich erst zarte Triebe nach dem Kriege entwickelten, Autos nicht nur mehr als Nutzfahrzeuge oder exquisite Sportwagen der Reichen und Schönen zu sehen. Anfang der 50er hatte Wilhelm Karmann jun. die Vision eines Sportwagens auf Käfer Basis, konnte aber VW zunächst nicht davon überzeugen. Karmann baute bereits seit 1949 das Käfer Cabriolet für VW.

Auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 1953 kam es zu der wichtigen Begegnung zwischen Wilhelm Karmann jun. und Luigi Segre der Firma Ghia. Segre nahm die Idee auf und schuf einen ersten überzeugenden Prototypen, den er noch im Herbst 1953 in Paris Wilhelm Karmann vorstellte.

Am 14. Juli 1955 konnte dann der Volkswagen Karmann Ghia der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eingeladen waren damals Vertreter der Presse und Wirtschaft. Ort war das Kasino in Georgsmarienhütte nicht unweit vom Karmann Werk in Osnabrück entfernt.

Drei seinerzeit erfolgreiche Firmen schufen durch ihre Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Karmann-Ghia in den 50ern eine erfolgreiche, automobile Design-Ikone, die fast 20 Jahre nahezu unverändert im Markt bestand hatte:

1.) die Volkswagen AG
bot zunächst mit dem Käfer die technische Plattform und sorgte für den Vertrieb,
2.) die Wilhelm Karmann GmbH
als Karosserie-Spezialist baute die aufwendige Karosse und machte die Endmontage und
3.) die Carrozzeria Ghia
schuf das überzeugende Design dieser Fahrzeuge.

Es gibt drei Karmann-Ghia Grundtypen:

1.) Typ 14 (1955 - 1974)
der erste und erfolgreichste "kleine" Karmann-Ghia auf Basis des VW Typ 1 (Käfer),
2.) Typ 34 (1961 - 1969)
der "große" Karmann-Ghia auf Basis des VW Typ 3 und
3.) Typ 145 (1970 - 1975)
der Karmann-Ghia TC (Touring Coupé) in Brasilien.

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Typ 14 Typ 34 Typ 145

Die Zeit der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge war Ende der 60er Jahre vorbei. VW konnte mit diesem Konzept am Markt nicht standhalten und suchte mit NSU und Audi nach passenden, neuen Wegen. Ab 1973 kam der VW Scirocco bei Karmann gebaut auf den Markt - kurz gefolgt von Passat und 1974 Golf. Der Scirocco ersetzte die Karmann-Ghia Idee eines sportliches Coupés basierend auf aktueller Großserientechnik des Golf. Das Design kam vom Ex-Ghia Mitarbeiter Giorgio Giugiaro und passte in diese neue Epoche. Der Name des Sciroccos indes verriet künftig nicht mehr seine Design-Wurzeln und Produktionsstätte...


Revision: 2008/05/02 - 15:22 - © Rolf-Stephan Badura